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 Echte Gefühle und verständliche Kommunikation by sehpferd.

Fühlen wir Menschen seit Jahrtausenden gleich?

Was würde sie uns wohl zum Thema sagen?
Gefühle sind nur mit Mühe beschreibbar. Aus dieser Sicht fällt es uns auch schwer, sie zu begreifen. Sie sind nicht so einfach „erfassbar“, und alles, was wir nicht wirklich mit unseren Sinnen erfassen können, ist irgendwo im Nirgendwo unseres urtümlichen Denkens angesiedelt. In meiner Sprache ist es der „analoge“ Teil der Gefühle.

Die Psychologie und ihre Interpretation der Gefühle

Die Psychologie interpretiert Gefühle – sie kann sie ebenso wenig zuverlässig beschreiben wie wir selbst. Immerhin soll es ja möglich sein, den Teil der Gefühle zu beschreiben, der „von außen erkennbar“ sind. Dann heißen sie Emotionen. Sie „bewegen“ uns, nehmen Einfluss auf uns und sind für andere erkennbar.

Neue Gedanken - könnten Gefühlsregungen kulturabhängig sein?

Neuerdings interessieren sich Historiker für Emotionen. Das liegt vor allem daran, dass die Annahmen, menschliche Gefühle seinen über Jahrhunderte gleich geblieben, nicht mehr haltbar ist. Vielmehr hat sich inzwischen die Sichtweise der Gefühle innerhalb eines einzigen Menschenalters erkennbar gewandelt.

Vereinfacht gefragt - und eine vorläufige Antwort

Die Grundfrage, stark vereinfacht, wäre:

Können wir davon ausgehen, dass ein Mensch nach der neolithischen Revolution die gleichen Gefühle beibehielt wie zuvor? Oder: Fühlte ein Mensch im Mittelalter sich genauso wie einer, der heute (2026) lebt?

Sehr wahrscheinlich ist die Antwort „Nein“, weil die äußeren Bedingungen anders waren.

Die Historikerin Ute Frevert schreibt dazu:

(Die Versuchung der Geschichte besteht darin) … Gefühle, Emotionen, Passionen in ihren jeweiligen und historisch wechselnden Erfahrungskontexten aufzuspüren. Der sprachliche und nicht sprachliche Ausdruck von Emotionen (denken wir an Musik, Bilder, Gesten und Tanz) zeigt eine ungeheure Vielfalt, sowohl sozial als auch zeitlich und räumlich. Unterschiedliche Kulturen legen unterschiedliche Regeln des emotionalen Ausdrucks fest. Der Ausdruck aber, davon geht die kulturwissenschaftliche Emotionsforschung aus, prägt die Emotion selber – die ohne Ausdruck möglicherweise gar nicht existiert.

Was ist mit der Evolution?

Nehmen wir mal an, dass wir von der Evolution bestens damit ausgestattet wurden, uns anzupassen und vor allem, dabei etwas „dazuzulernen“. Dann ist das, was wir fühlen, eher ein Ergebnis der Kultur als der Natur, kann aber dennoch als „natürlich“ bezeichnet werden.

Zum Schluss noch ein Zitat von Jutta Stalvor aus ihrer 2010 vorgelegten Doktorarbeit (2).

Kulturelle Prägung ist … nicht des Menschen „zweite Natur“, sondern Teil seiner „ersten Natur“ – es ist seine Natur, über andere Menschen, über Lernen und über gesellschaftliche Einbindung ein Mensch zu werden.

Ich selbst habe diesen Anhang 2016 für mein (inzwischen erweitertes) Gefühlsblog geschrieben.

(1) Pressemitteilung der FU Berlin.
(2) Doktorarbeit (Stalvor)

Bild © 2026 bei sehpferd.de

Hilfe – ich habe Gefühle

Keine Gefühle zu haben ist auch keine Lösung
Menschen haben ständig Gefühle oder Emotionen. Mal wirken sie im Verborgenen, dann wieder treten sie offen hervor. Und mal sind sie uns dienlich, dann wieder sind sie lästig. Doch alle Gefühle sind Teil des Lebendigen. Es ist also völlig unsinnig, sie in „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen. Dieser Artikel befasst sich damit, was passiert, wenn deine Gefühle „machen, was sie wollen“ und du fürchtest, die Kontrolle zu verlieren.

Früher hat man Gefühle der Seele, dem Herzen oder dem Bauch zugeordnet. Heute sind sie in ein Gebilde abgewandert, das wir „die Psyche“ nennen.

Was ist die Psyche, und wo sitzt sie?

Gegenwärtig ist die Wissenschaft der Meinung, dass „die Psyche“ einerseits aus Körper, dann aber auch aus Geist und schließlich aus sozialen Komponenten (Beispielsweise der Familie) besteht. Man hat also drei Ansatzpunkte, um auf „die Psyche“ Einfluss zu nehmen- und das wird auch getan. Einmal durch uns selbst, dann, wie bereits erwähnt, durch Menschen, die uns nahestehen, und dann durch Helfende von außerhalb: Freunde, Berater, Selbsthilfegruppen, Psychologen und Psychiater.

Wie erkennst du ein Problem mit der Psyche?

Die Frage, wann eine Störung vorliegt, ist im Grunde einfach zu beantworten: Wenn wir ein Problem haben, bedeutet dies, dass alle „automatisierten“ Lösungen versagt haben. Das heißt vor allem, dass die natürliche Selbstregulation vorübergehend oder nachhaltig außer Kontrolle geraten ist. Das entspricht in etwa der Mehrheitsmeinung. Es lässt sich auch einfacher sagen:

Wenn du unter einer Emotion oder einem Verhalten leidest und du dich dadurch in deinem Wohlbefinden erheblich gestört oder verwirrt fühlst, dann könnte es sich um eine „psychische Störung“ handeln.

(Aus dem Gelehrtenjargon angepasste, vereinfachte Erklärung)

Die Helfer und was sie für dich tun können

Freunde und Personen, die zuhören können

Die übliche Methode, psychische Probleme abzuklären, besteht in Gesprächen mit Freunden und Personen, die gut zuhören können und nicht werten, was du ihnen mitteilst. Zu einem Teil werden die Probleme dabei auch aufgelöst. Eine Abwandlung davon findest du in Selbsthilfegruppen.

Systematische Problemlösungen

Leider lassen sich nur recht wenige Probleme durch „Problemlösungsstrategien“ lösen. Zumeist handelt es sich dabei um Gefühle, in die du selbst einen „Knoten“ eingearbeitet hast. („Ich gerate immer an denn Falschen“).

Lösungen mithilfe von Psychotherapeuten und Psychiatern

Die Psychiatrie ist ein Fachgebiet der Humanmedizin, dass sich mit der psychischen Gesundheit beschäftigt. Das Hauptinteressengebiet der Psychiatrie sind „psychische Störungen“, die manchmal auch als „psychische Erkrankungen“ bezeichnet werden.

Was aber ist Psychotherapie? Auch sie beschäftigt sich ja mit „Störungen“ der Psyche, aber sie geht dabei anders vor.

Traditionell werden Tiefenpsychologie und Psychoanalyse verwendet. Beide Richtungen versuchen, die Vergangenheit zu durchleuchten und damit die Ursachen der heutigen Störungen herauszufinden.

Heute wird häufig die Verhaltenstherapie empfohlen, die für „problematische Verhaltensweisen“ eingesetzt wird. Im Grund handelt es sich dabei darum, das erlernte Verhalten durch ein neues, geeigneteres Verhalten zu verändern.

Systematische Therapien werden überwiegend auf Gruppen (Familien) angewendet. Sie beziehen die soziale Umgebung mit ein, da sich das Individuum und die Gruppe negativ wie positiv beeinflussen können.

Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie ist in Deutschland kaum zu finden, spielt aber in anderen Ländern eine große Rolle. Ihre „kleine Schwester“, die nicht-direktive Beratung wird allerdings in nahezu allen Ländern verwendet. Sie nutzt die Selbstregulierungskräfte, die weiterhin vorhanden sind, die aber durch die Lebensumstände verschüttet wurden.

Es gibt viele Therapien - nicht alle werden vom Gesundheitssystem unterstützt

In Deutschland werden nur wenige Methoden der Psychotherapie vom Gesundheitswesen unterstützt. Allerdings gibt es deutliche mehr psychotherapeutische Schulen. Vor einigen Jahren waren es sogar so viele, dass man von einer Inflation der Therapieformen sprach. Wie verhält es sich damit?

Psychotherapie - viele Wege, aber ein Ziel

Ob die Methode, nach der Psychotherapeuten handeln, entscheidend für den Erfolg ist, wird immer wieder diskutiert. Neben dem Therapieansatz scheint es dabei eher auf die Persönlichkeiten der Therapierenden als auf deren Methoden anzukommen. Behauptet wird sogar, dass die Allianz von Therapeut(in) und Patient(in) entscheidend für den Erfolg einer Therapie ist. Allerdings wird dies innerhalb der Psychotherapie auch kontrovers diskutiert. Eine kurze Übersicht zu psychologisch-technischen Methoden für den Erfolg biete ich im Anhang.

Zuletzt will ich noch den Satz eines älteren Arztes beisteuern, der mir diesen Hinweis mitgab:

Die Heilung kann durch die Therapiemethode, trotz der Therapiemethode oder unabhängig von der Therapiemethode erfolgen.

Aus beiden Sichtweisen ergibt sich, dass die beste Aussicht auf Heilung bei psychischen Problemen nicht von der Methode abhängig ist, die verwendet wird. Dazu der renommierte Psychoanalytiker Alfred Pritz:

Für den therapeutischen Effekt ist nicht in erster Linie die Schule entscheidend, sondern die therapeutische Beziehung. Es ist auch bekannt, dass sehr viele Patienten nicht einmal wissen, welche Methode der Therapeut anwendet. Sie wissen nur, „er spricht mit mir“. Und das genügt erst einmal.

Ich denke, diesen Gedanken kann ich euch in jedem Fall noch mitgeben.

Dieser Artikel wurde in verständlichem Deutsch für Lehrende und Lernende geschrieben. Er basiert auf Aussagen von Fachleuten. Beim Thema lässt sich aber nicht ausschließen, dass es abweichende Meinungen gibt.

Erklärung zum Inhalt
Dieser Artikel enthält keine medizinischen Ratschläge. Wir empfehlen dir, mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über Störungen der psychischen Befindlichkeit zu sprechen.
Zuverlässige Quellen:
Recht genaue, verständliche Informationen findest du bei der AOK, soweit du Informationen suchst, die deutschen Verhältnissen entsprechen
Wissenschaftlich, hauptsächlich auf Kinder und Jugendliche bezogen- bei Springer Medizin
Sehr ausführlich und detailliert bei Netdoktor

Soweit Psychotherapie betroffen ist:

Was tatsächlich wirkt - spektrum
Ärzteblatt (Entwicklung der Psychotherapie in den USA)
Verwendet wurden ferner Aussagen oder Zitate von Burkhard Peter (über die Therapeuten-Persönlichkeit) und Alfred Pritz (via dpa) über therapeutische Lehren) und von einem älteren Allgemeinmediziner, den ich nicht nennen will.
Bild: © 2024 nach einem Foto von sehpferd.


Zum Anhang: "Hilfe – ich habe Gefühle" vollständig lesen

Ich fühle wie Du – wirklich?

Das "WIR" - es entsteht langsam - auch als Gefühl
Ich denk an, dich, immer an dich,
fühlst du nicht auch so wie ich?

Ein Schlagertext zu Anfang? Und dann gar noch einer aus dem Jahr 1959? (1)

Ja, natürlich, was sonst? Denn die meisten Klischees über Gefühle finden wir auf kulturellem Gebiet in Schlagern. Und in diesem Artikel geht es um das Gefühl, gemeinsame Gefühle zu haben. Oder um es mit den Worten eines bekannten Psychiaters sinngemäß auszudrücken:

Ich fühle, dass du fühlst, dass ich fühle.

Wahrscheinlich merkt ihr, dass wir auf dünnem Eis wandeln. Wenn zwei Menschen nach sehr kurzer Zeit glauben, „gemeinsam zu fühlen“, dann ist es zumeist die Gehirnchemie, die ihnen diese Illusion vermittelt.

Ein Bruchstück eines Gefühls teilen heißt nicht: "Gemeinsames Fühlen"

Die Menschen in unserem Alltag nehmen sich winzige Bruchstücke ihres eigenen Gefühls, vergleichen höchst oberflächlich, und sagen dann. „Ich habe jemanden kennengelernt, der genau wie ich fühlt.“

Nein, wir fühlen nicht wie andere. Wir können mitfühlen, weil wir ähnliche Erlebnisse hatten, und wir können hoffen, dass unsere Gefühle ähnlich sind, wie die eines anderen Menschen. Objektiv und auf lange Sicht betrachtet, wissen wir nicht einmal, ob uns das wirklich „guttut“, solche angeblich passenden Gefühle zu haben.

Verführungen und Illusionen

Im Gegenteil – wir sollten vorsichtig sein, wenn die Gefühle zu sehr übereinstimmen. Die Gefahr, dann einer Illusion zu erliegen, ist vorhanden – und je mehr wir uns nach einem bestimmten Gefühl sehnen, umso anfälliger sind wir dafür, einem Menschen zu verfallen.

Ich will euch diese Gefühle nicht vermiesen – und nicht alle sind gefährlich. Die typische Art, wie es passiert, geht so:

Die Person A ist sehr überzeugend. Sie sucht jemanden, der bereit ist, sich ihren emotionalen oder sexuellen Interessen zu beugen. Die andere Person, also B, ist bedürftige, weil sie bestimmte Gefühle vermisst – emotionale wie auch rein sexuell. Sie würde sich aber niemals trauen, den „ersten Schritt“ dahin zu gehen.

Das ergibt dann die bekannten „ONS“ und andere Begegnungen, nach deren Ende die Person „B“ sagt: „Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals …“


Das Beispiel ist – aus meiner Sicht– erstens harmlos und zweitens gehört es heute zum Alltag.

Bewusst Illusionen suchen

Ähnlich verhält es sich, wenn Gefühle zwar als Illusionen erkannt werden, der Empfänger sie aber dennoch annimmt, um in den Genuss des Gefühls zu kommen. Diese „Handel mit Gefühlen“ findet häufiger statt, als wir denken – und er ist nicht auf „Nischenbranchen“ der Prostitution beschränkt.

Die Gefahren entstehen durch Menschen mit fragwürdigen Absichten

Schwieriger wird es, wenn böse Absichten damit verbunden sind, wie dies bei Lockvögeln, Heiratsschwindlern, Spioninnen (Spioninnen) oder Treuetester(innen) der Fall ist.

Die schönen Seiten gemeinsamer Gefühle

Kommen wir mal zur schönen Seite der gemeinsamen Gefühle:

Mit der Zeit bilden sich bei Paaren tatsächlich Gefühle, die beide teilen, und die auch nach außen erkennbar sind. Sie können etwas abstrakt als „teile des Wir“ bezeichnet werden. Diese Gefühle sind also „gewachsen“ – und si unterscheiden sich oft deutlich von den Gefühlen der ersten Begegnung,

Das Fazit - zum Mitnehmen

Gemeinsame Gefühle gibt es. Sind entstehen bei Paaren als „das Wir“, und andere können diese Gefühle wahrnehmen.

Der Eindruck, gemeinsame Gefühle zu haben, kann durch Manipulationen erzeugt werden. Sie können aber auch Illusionen sein, die von beiden gesucht oder heimlich erhofft werden. Sie lassen sich nur kurze Zeit aufrechterhalten.

Einige Menschen mit fragwürdigen oder kriminellen Absichten nutzen gezielt Wünsche, Hoffnungen oder Triebe, um die Gefühle anderer für eigene Zwecke zu missbrauchen.

Dieser Artikel wurde in verständlichem Deutsch für Lehrende und Lernende geschrieben.

(1) (Werner Scharfenberger/Fini Busch/Aldo von Pinelli (gesungen von Peter Kraus)
Zitat nach der Art von Ronald D. Laing (ich denke, dass du denkst, dass ich denke)

Gefühle und die Betrachtung des ganzen Menschen

Die Ganzheit des Menschen ist eine Methode, um zu erklären, was das Menschsein ausmacht. Der Begriff selbst ist nicht eindeutig, spielt für die Betrachtung der Gefühle aber eine entscheidende Rolle.

Je nach Ausrichtung der Betrachter besteht der Mensch „in seiner Ganzheit“ aus Körper, Geist und Seele. Das Gesamtbild entsteht allerdings erst, wenn wir die Begriffe klug zusammenbringen und sie auf uns selbst anwenden können.

„Seele“ kommt aus dem religiösen (überwiegend christlichen) Bereich und meint etwas anderes als die Psyche. Deshalb sagen andere Lehren vom Menschen aus, der „ganze Mensch“ würde aus Körper, Geist und Psyche bestehen.

Eine andere Definition für das Menschsein nimmt die Seele aus und sagt, unser Wohlbefinden sei abhängig von unserem körperlichen, geistigen und sozialen Zustand.

Schließlich sagt eine weitere Lehre aus, der ganze Mensch wäre über seinen Körper, seine Psyche, seinen Geist und seine Kultur zu erfassen.

Überkommenes Modell der Gefühle - Sozial (oder kulturell) und seelisch/psychisch sind wirchtiger


Lassen wir uns nicht verwirren, sondern versuchen wir, das Wesentlich aus den Begriffen herauszufiltern. Wer nach der wissenschaftlichen (und dennoch verständlichen) heutigen Sichtweise sucht, wird bei der Universität Genf fündig.

Auf den Spuren der Ganzheit ohne Schnörkel

Zunächst einmal ist der Körper Träger alle Lebensfunktionen. Der Mensch kann weite Teile davon durch sein Gehirn erfassen, wo sich einerseits der Geist befindet, sich andererseits aber auch die Gefühle ausbilden. Mit dem Beginn seines Lebens tritt er in eine Gruppe ein, mit der er seine Gefühle ausbilden kann. Durch die Gruppe wird er Teil seiner Kultur - und dieser Bereich der Gefühlswelt ist der brüchigste. Deshalb stimmen nicht alle Wissenschaftler darin überein, dass die Kultur berücksichtigt werden muss.

Die Wissenschaften befassen sich entweder ganz und gar oder aber hauptsächlich mit einem Aspekt des Menschseins.

- Wenn es sich um Religionen oder Esoterik handelt, redet man von der Seele.

- Ist vom Empfinden, Fühlen oder von Emotionen allein die Rede, so spricht man von der Psyche. Sowohl Ärzte (Psychiater) wie auch Psychologen haben etwas dazu beizutragen.

- Ist der Körper alleine betroffen, so ist die Hauptwissenschaft die Medizin.

- Ist der Geist alleine betroffen, dann spricht wahrscheinlich ein Philosoph.


Das Puzzle der Gefühle

Wenn wir ernsthaft über Gefühle „des Menschen“ reden wollen, müssen wir all diese Denkrichtungen, Wissenschaften und praktischen Belange berücksichtigen. Das geht letztlich nur, wenn wir uns selber fragen, was und wie wir fühlen. Nur wir selbst kennen das Ergebnis. Falls wir doch mehr Fragen dazu haben, benötigen wir kluge Menschen, die über ihre Fachrichtungen hinausblicken können.

Je nachdem, aus welchen welche „Puzzleteile“ unsere Gefühle jemals zusammengesetzt werden - immer bleibt ein Rest an Fragen übrig, die sich nicht endgültig beantworten lassen. Das ist absolut menschlich, und damit müssen wir leben.

Das Puzzle vom ganzen Menschen

Betrachten wir kurz die Teile, die im Puzzle verwendet werden:

Das Modell der Naturwissenschaften geht vom Körper und seinen Möglichkeiten aus

Der Körper.

Er ist Träger des Gehirns und wird von ihm beeinflusst. Fast alles, was andere von unseren Gefühlen wahrnahmen, wird zuvor vom Gehirn bearbeitet und gesteuert.

Der Geist.

Hat seinen Sitz im Gehirn und ist lernfähig. Er kann Gefühle aufnehmen, verarbeiten, beeinflussen und auf verschiedene Art sichtbar machen.

Die Psyche.

Sie ist an die Evolution gekoppelt und wird von deren Resten beeinflusst. Durch Lernen werden unsere Gefühle ausgebildet, sodass mit der Zeit mehr als die Grundgefühle in uns wohnen. Die „Psyche“ ist ein abstrakter Begriff für den Inhalt dieser Regungen.

Die Seele.

Die Seele ist derjenige Teil von uns, von dem angenommen wird, dass er beständig ist. Der Begriff stammt aus der Religion, wird aber auch gerne in anderen Zusammenhängen verwendet.

Das Soziale.

Der Mensch braucht andere Menschen. Das, was daraus erwächst, ist das Soziale. Manche Gefühle lassen sich nur erklären, wenn wir andere mit Berücksichtigen. Deswegen beziehen wir unsere Umgebung (persönlich wie wissenschaftlich) mit ein.

Die Kultur.

Sie spielt immer dann eine Rolle, wenn wir unser Gefühlsleben auf Richtlinien überprüfen wollen. Das bedeutet, dass wir in eine Art „Katalog des bestehenden Verhaltens“ blicken müssen, um die Kultur mit einzubeziehen. Kulturelle Überlegungen zu Gefühlen werden besonders in der Ethik behandelt.

Drei Elemente müssen sein: Körper, Geist und Soziales

Wenn wir mögen, können wir die Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) fast nahtlos auf unsere Gefühlswelt anwenden:

Gesundheit ist der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.

Demnach wären unser Gefühlsleben perfekt, wenn wir mit ihm „das vollständigen körperliche, geistige und soziale Wohlbefinden“ erreichen können. Ob das immer gelingt, ist einen andere Frage. Aber was sollte uns daran hindern, es zu versuchen?

Dieser Artikel wurde in verständlichem Deutsch für Lehrende und Lernende geschrieben. Er enthält Meinungen, die zum Teil von den Lehren der einzelnen Fachgebiete abweichen. Das liegt in der Natur der Sache und schmälert den Wahrheitsgehalt nicht.
Grafiken: sehpferd_team, ©2024