Erfahrungswissen, Alltag, Empathie und Kommunikation im 20. Jahrhundert - der Zeitreise dritter Teil
Moderne Kommunikationstrainings haben ihren Ursprung in der Kybernetik, Nachrichtentechnik und der klassischen Dialektik. In Deutschland begann das Interesse an ihnen in den 1970-er Jahren. Die Seminare jener Zeit wurden vor allem für die freie Wirtschaft entwickelt - deswegen erschienen ihre Grundlagen überwiegend in Wirtschaftsverlagen.
Kommunikationskurse aus dem Erfahrungswissen für die Praxis - 1976 - 1991
Wer versucht, die Theorien von Paul Watzlawick in die Praxis umzusetzen, musste dem Theoriegebäude zwangsläufig Strukturen hinzufügen, wie beispielsweise Gestaltung und Aufbau eines Dialogs. Dazu ist es beinahe unerlässlich, sich wieder bei der Dialektik, der allgemeinen Psychologie oder auch der Nachrichtentechnik zu bedienen. Aus diesem Grund sind recht unterschiedliche Modelle entstanden, die auf dem Prinzip von zwei unterschiedlichen Übertragungskanälen (analog und digital) oder zwei Aspekten (Inhalt und Beziehung) beruhten. Wenn man die Theorien ausblendet, bleiben für die Praxis einige nachvollziehbare Verfahren:
1. Klare Sprache
2. einfache Strukturen
3. Sender-Empfänger-Prinzip
4. Rückkoppelung
5. Frage- und Antworttechnik
6. aktives Zuhören
7. Metakommunikation.
Die Möglichkeit des aktiven Zuhörens stammt aus einer abgewandelten Methode der Gesprächstherapie, die Technik der Gesprächsführung selbst auf der Idee eines strukturierten Dialogs. Viele Kommunikationstrainer haben noch eine Art „Werkzeugkiste“ oder einen „Notfallkoffer“ im Gepäck, in dem sie bewährte Methoden gesammelt haben, um „verfahrene“ Gespräche zu retten, zum Beispiel durch Metakommunikation. Die meisten der Methoden, die auf Erfahrungswissen beruhen, wurden in Wirtschaftsverlagen veröffentlicht. Das mag der Grund sein, warum sie von der offiziellen Psychologie kaum beachtet wurden.
Das Thema der nicht-psychologischen Kommunikationstechniken wird an anderer Stelle dieser Artikelserie ausführlich dargestellt. Dabei werden auch die Kritikpunkte behandelt.
Kommunikation als Mittel der Persönlichkeitsentwicklung ab 1989
Seit einigen Jahren ist wieder die Rede von einer „Psychologie der Kommunikation“, die sowohl theoretisch wie auch praktisch in Richtung der „Persönlichkeitsentwicklung“ geht. Dieser Trend stellt an die Schöpfer und Trainer von Kommunikationsseminaren vor völlig neue Anforderungen. Diese Entwicklung wird auch in den drei Werken von Friedemann Schulz von Thun deutlich. („Miteinander Reden“ Band 2 - 3.) der Grund liegt vermutlich darin, dass mit Erfolgstrainings und Kommunikationstrainings oft die gleiche Zielgruppe angesprochen wird. Das gilt auch für die Kombination von Kommunikationskursen mit Seminaren für Konfliktlösungen.
Kommunikation zur Steigerung der Empathie - ca. 1984
Eine relativ neue psychologische Richtung in der Kommunikation, die sowohl der Theorie wie auch für die Praxis Bedeutung gewonnen hat, wird auf den Psychologen Marshall B. Rosenberg zurückgeführt. Er entwickelte eine Methode, die er „Gewaltfreie Kommunikation“ nannte. Der Schwerpunkt liegt dabei auf „Empathie“ (Mitgefühl oder emotionale Intelligenz). Die Methode wurde in Deutschland schnell populär. Heute wird sie unter dem Kürzel „GFK“ (gewaltfreie Kommunikation) angeboten. Hauptzielgruppe sind Mitarbeiter in Gesundheits- und Sozialdiensten.
Diese Methode ist an ein bestimmtes Menschenbild gebunden und wird in der Diskussion gerne mit dem „Empathie-Begriff“ genannt. An diesem Punkt setzt auch die Kritik an. Mehr dazu unter … (folgt)

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Kommunikationskurse aus dem Erfahrungswissen für die Praxis - 1976 - 1991
Wer versucht, die Theorien von Paul Watzlawick in die Praxis umzusetzen, musste dem Theoriegebäude zwangsläufig Strukturen hinzufügen, wie beispielsweise Gestaltung und Aufbau eines Dialogs. Dazu ist es beinahe unerlässlich, sich wieder bei der Dialektik, der allgemeinen Psychologie oder auch der Nachrichtentechnik zu bedienen. Aus diesem Grund sind recht unterschiedliche Modelle entstanden, die auf dem Prinzip von zwei unterschiedlichen Übertragungskanälen (analog und digital) oder zwei Aspekten (Inhalt und Beziehung) beruhten. Wenn man die Theorien ausblendet, bleiben für die Praxis einige nachvollziehbare Verfahren:
1. Klare Sprache
2. einfache Strukturen
3. Sender-Empfänger-Prinzip
4. Rückkoppelung
5. Frage- und Antworttechnik
6. aktives Zuhören
7. Metakommunikation.
Die Möglichkeit des aktiven Zuhörens stammt aus einer abgewandelten Methode der Gesprächstherapie, die Technik der Gesprächsführung selbst auf der Idee eines strukturierten Dialogs. Viele Kommunikationstrainer haben noch eine Art „Werkzeugkiste“ oder einen „Notfallkoffer“ im Gepäck, in dem sie bewährte Methoden gesammelt haben, um „verfahrene“ Gespräche zu retten, zum Beispiel durch Metakommunikation. Die meisten der Methoden, die auf Erfahrungswissen beruhen, wurden in Wirtschaftsverlagen veröffentlicht. Das mag der Grund sein, warum sie von der offiziellen Psychologie kaum beachtet wurden.
Das Thema der nicht-psychologischen Kommunikationstechniken wird an anderer Stelle dieser Artikelserie ausführlich dargestellt. Dabei werden auch die Kritikpunkte behandelt.
Kommunikation als Mittel der Persönlichkeitsentwicklung ab 1989
Seit einigen Jahren ist wieder die Rede von einer „Psychologie der Kommunikation“, die sowohl theoretisch wie auch praktisch in Richtung der „Persönlichkeitsentwicklung“ geht. Dieser Trend stellt an die Schöpfer und Trainer von Kommunikationsseminaren vor völlig neue Anforderungen. Diese Entwicklung wird auch in den drei Werken von Friedemann Schulz von Thun deutlich. („Miteinander Reden“ Band 2 - 3.) der Grund liegt vermutlich darin, dass mit Erfolgstrainings und Kommunikationstrainings oft die gleiche Zielgruppe angesprochen wird. Das gilt auch für die Kombination von Kommunikationskursen mit Seminaren für Konfliktlösungen.
Kommunikation zur Steigerung der Empathie - ca. 1984
Eine relativ neue psychologische Richtung in der Kommunikation, die sowohl der Theorie wie auch für die Praxis Bedeutung gewonnen hat, wird auf den Psychologen Marshall B. Rosenberg zurückgeführt. Er entwickelte eine Methode, die er „Gewaltfreie Kommunikation“ nannte. Der Schwerpunkt liegt dabei auf „Empathie“ (Mitgefühl oder emotionale Intelligenz). Die Methode wurde in Deutschland schnell populär. Heute wird sie unter dem Kürzel „GFK“ (gewaltfreie Kommunikation) angeboten. Hauptzielgruppe sind Mitarbeiter in Gesundheits- und Sozialdiensten.
Diese Methode ist an ein bestimmtes Menschenbild gebunden und wird in der Diskussion gerne mit dem „Empathie-Begriff“ genannt. An diesem Punkt setzt auch die Kritik an. Mehr dazu unter … (folgt)

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Dieser Artikel wurde in verständlichem Deutsch für Lehrende und Lernende geschrieben. Dieser Artikel enthält Meinungen.