Web Analytics Made Easy - Statcounter
Skip to content
 Echte Gefühle und verständliche Kommunikation by sehpferd.

Kommunikationstheorien - die Transaktionsanalyse von Eric Berne

Eric Berne ist der Schöpfer eines Teilgebiets der humanistischen Psychologie, der Transaktionsanalyse (TA). Auf dieser Basis entwickelte er auch ein Modell der menschlichen Kommunikation.

PAC oder El-Er-K

Vordergründig nutzte Berne das Persönlichkeitskonzept von Sigmund Freud, also ICH, ÜBER-ICH und ES. Wenn man diesen drei Persönlichkeitselementen bestimmte Rollen zuweist, dann entstehen parallele Formen auf gleicher Ebene, auf unterschiedlichen Ebenen oder auch gekreuzte Dialoge. Dieses System nannte er PAC – Parent, Adult, Child.

Bei Berne bestehen die Gesprächsteile zwangsläufig aus Transaktionen, was bildlich etwas so dargestellt werden kann:

Gliederung eines Gesprächsverlaufs nach Transaktionen

In der Theorie wird noch nach genauem definiertem Rollen unterschieden, beispielsweise:

Beschützendes ELTERN-ICH
Kritisches ELTERN-ICH

Freies KINDER-ICH
Angepasstes KINDER-ICH

Diese vier Definitionen werden jeweils positiv wie negative Modi zugewiesen, auf deren Erklärung unser Team verzichtet hat. Details finden sich auf einer Schweizer Webseite (2).

Parallele Transaktionen

Stark vereinfacht ist Kommunikation dann besonders durchsichtig und konfliktarm, wenn beide Partner auf einer der drei Ebenen miteinander reden und der gesamte Dialog auf diese Ebene bleibt. Also:

Eltern-ICH zu Eltern-ICH
Erwachsenen-ICH zu Erwachsenen-ICH.
Kinder-ICH zu Kinder-ICH.

Nach Berne ist es auch möglich, eine besonders klare und durchsichtige Kommunikation zu führen, wenn eine Person sich im Eltern-ICH-Zustand befindet und die zweite im Kinder-ICH-Zustand. Voraussetzung ist auch hier, dass die Ebenen nicht verlassen werden.

Die gekreuzte Transaktion

Eine „gekreuzte Transaktion“ entsteht nach Berne, wenn eine der beiden Beteiligten eine Rolle annimmt, die dem anderen Partner missfällt. Beispielsweise sagt das angesprochene Kinder-ICH zum mahnenden ELTERN-ICH: „Ich habe keine Ahnung, warum du mich zu bevormunden versuchst – ich schlage vor, ich kümmere mich um meinen Kram – und du kümmerst dich um deine Angelegenheiten …“ Dabei geht es also darum, dass jemand die Gesprächsebene ändern möchte.

Als dritte Möglichkeit existiert noch die „Latente Transaktion“, bei der beide auf mehreren oder wechselnden Ebenen kommunizieren. Textlich (Zitat, 1):

„Unter einer latenten, komplizierten Transaktion versteht man ein soziales/ kommunikatives Verhalten, bei dem mindestens ein Teilnehmer in mehr als einem Ich-Zustand gleichzeitig tätig wird (dabei werden) zwei verschiedene Botschaften ausgesandt werden. Wir finden einmal die offene Botschaft, die sprachlich oder durch ein anderes Verhalten ausgedrückt wird. Die TA nennt diese "Botschaft auf der sozialen Ebene". Hinzu kommt die latente, die indirekte Botschaft, die sog. "Zwischen-den-Zeilen-Information". Sie enthält Auskünfte über den inneren Zustand, die Motivation und die Beziehung des Senders zum Empfänger.“

Das Konzept von Eric Berne ist so leicht anwendbar, dass es ganze Generationen von Kommunikationstrainern begeisterte – und bis heute begeistert. In den 1970er-Jahren sollen die Bemühungen von Murial James und Doroythy Jongeward dazu geführt haben, dass Bernes Theorien sehr populär wurden. Sie wurden auch als einfaches und wirksames Verfahren für den persönlichen und beruflichen Erfolg bezeichnet. Dazu trug auch ihr Erfolgsratgeber „Born To Win“ bei, der 1971 erschien. Aus ihm zitiert auch die Kommunikationstrainerin Vera F. Birkenbihl (1975) im Goldmann-Ratgeber „Kommunikationstraining“, die sich ebenfalls auf die TA beruft.

Die Theorie von Eric Berne aus heutiger Sicht (2026)

Das menschliche Verhalten ist aus heutiger Sicht wesentlich komplexer das Modell von Eric Berne. Die Faszination, die das Modell ausstrahlt, ist schnell verflogen, wenn es um die vielen Knoten und Verwicklungen geht, die im Alltag vorkommen.

Werden die Ebenen des Dialogs so verschoben, dass sie nicht mehr ins Konzept vom PAC passen, dann müssen neue Regeln gefunden werden. Dies geschieht üblicherweise dadurch, dass auch Methoden aus anderen Quellen (Erfahrungswissen, Dialogtechniken) verwendet werden - oder dadurch, dass auf „Metakommunikation“ ausgewichen werden muss.

Obwohl das Verfahren von Eric Berne auf Sigmund Freud und sein Strukturmodell der Psyche aufgebaut sein soll, werden in der Praxis nur die Rollen angesprochen, die diesem Modell zugeordnet wurde. Es handelt sich also eher um das Verhalten in einem Rollenspiel als um eine zuverlässige Ansprache der Persönlichkeit.

(1) Ausführlichere Erläuterungen für Studenten: Uni Oldenburg.
(2) Schweizer Quelle: TA Schweiz.
Murial James und Doroythy Jongeward: Born To Win )1971, antiquarisch noch erhältlich, deutsch als "Spontan leben: Übungen zur Selbstverwirklichung", Reinbek 1974.

Kommunikation und Psychologie: von Berne über Watzlawick zum Vier-Ohren-Modell - der Zeitreise zweiter Teil

Die Psychologie und die Kommunikationslehre brauchten lange, um zueinander zu finden. Erst an Mitte des 20. Jahrhunderts finden wir namhafte Beiträge von Psychologen zur Theorie und Praxis menschlicher Kommunikation. Woran dies lag, behandelt der verlinkte Meinungsbeitrag.

Kommunikation nach der „Transaktionsanalyse“ (1964)

Die Transaktionsanalyse ist das einzige psychologische Konzept, das in Kommunikationstrainings „rein netto“ verwendet wird. Es stammt aus der Feder des Psychologen Eric Berne und setzt bei einer Theorie von Sigmund Freud an: Freud ging davon aus, dass unser „ICH“ in Wahrheit aus drei Teilen besteht: dem eigentlichen ICH, dem ÜBER-ICH und dem ES. Die Erklärungen, die Freud selbst dazu abgibt, sind relativ langatmig und schwer nachvollziehbar. Doch Berne hatte eine einfache Idee: Er bezeichnete die ÜBER-ICH-Eigenschaften als „Eltern-ICH“, das eigentlich „ICH“ als „Erwachsenen-ICH und das „ES“ als Kindheits-ICH. Damit war eine vereinfachte Bühne für die Rollen geschaffen, die Menschen in der Kommunikation einnehmen können, die als „PAC“ oder „El-Er-K“ bekannt wurde. Für den Anwender war es demnach nur noch nötig, zwei dieser Rollen-Aussagen zu vergleichen, um zu bestimmen, zu welchem „ICH“ sie gehören und in welcher Beziehungsform sie gebraucht werden.

In der Praxis ist dies viel einfacher als in der Theorie, weil recht schnell erkennbar ist, aus welcher Sicht die Personen sprechen. Dies ist auch der Grund, warum Seminare dieser Art über lange Zeit sehr beliebt waren und teilweise auch heute noch sind. Denn die Schwierigkeiten sind häufig innerhalb von zwei Transaktionen erkennbar und können deshalb auch relativ schnell wieder „ausgebügelt“ werden.

Die Lehre Bernes ging in viele Kommunikationstrainings ein und wurde dabei nur geringfügig verändert. Sie wird bis heute (2026) verwendet. Bernes Hauptwerk, „Spiele der Erwachsenen“ erschien bereits in der 25. Auflage.

Eine kritische Würdigung findet ihr in diesem Artikel.

Paul Watzlawick verändert die Sichtweise der Psychologie -1967

Mit Paul Watzlawick begann eine neue Epoche in der Beurteilung menschlicher Kommunikation. In dem von ihm verfassten Standardwerk „Menschliche Kommunikation“ verbindet er die Erkenntnisse der Kybernetik und Nachrichtentechnik mit solchen aus der Sprachwissenschaft und Psychologie. „Kommunikation“ wird von ihm letztlich mit „Verhalten“ gleichgesetzt.

Es dauerte noch einige Zeit, bis das Standardwerk von Paul Watzlawick, das 1967 in New York erschien, den Weg in deutsche Gymnasien fand und die ersten Kommunikationstrainer sich mit den fünf „Axiomen“ dieser Lehre anfreunden konnten. Doch schon bald wurde das Werk zum Standard – es erschien kürzlich in der 14. (unveränderten) Auflage.

Watzlawick selbst hat seinem Buch keine Anweisungen für Kommunikationstrainings beigefügt. Manche Kommunikationstrainer berufen sich aber ausdrücklich auf seine Theorien.

Eine ausführliche Erklärung von Watzlawicks Theorie sowie eine kritische Würdigung findet ihr in dem verlinkten Artikel vom Sehpferd-Team.

Vier-Ohren-Prinzip – Entwicklung ca.1977 – 1981 - nach wie vor aktuell

Der Autor, Friedrich Schulz von Thun, nennt verschiedene Quellen für sein Kommunikationsmodell, das unter dem Namen „Vier Ohren Prinzip“, später auch „Kommunikationsquadrat“ bekannt wurde. Er nennt zahlreiche Psychologen, die auf die Entwicklung seiner Kommunikationstheorie Einfluss hatten. ( Alfred Adler, Ruth Cohn, Fritz Perls, Carl Rogers und Paul Watzlawick). Das Modell wurde sowohl theoretisch begründet wie auch in Seminare integriert. Es wird bis heute (2026) für nahezu alle Zielgruppen verwendet, die Bedarf an Kommunikationstrainings haben.

Diese Betrachtungsweise von Schulz von Thun wurde zum Standard in den DACH-Ländern (Deutschland Österreich, Schweiz). Seine schnelle Verbreitung fand das System, weil es unmittelbar in erfolgreiche Seminare für die gewerbliche Wirtschaft verwandelt werden konnte. Heute wird es auch in Volkshochschulen und im Sozialbereich eingesetzt.

Eine ausführliche Würdigung des Systems ist in Buchform und online auf der entsprechenden Webseite verfügbar. Eine kurze Darstellung des „Vier-Ohren-Prinzips“ und die Kritik daran haben wir hier veröffentlicht.

Kommunikation
"Kommunikation und Psychologie: von Berne über Watzlawick zum Vier-Ohren-Modell - der Zeitreise zweiter Teil " vollständig lesen

Die Kommunikation und die Gefühle darin – drei Modelle und ein Sonderfall

Kommunikation ist mehr als „Nachrichtenübermittlung“. Eine Nachricht kannst du in die Welt schicken – egal, ob sie ankommt oder auch nicht. Sie kann Auswirkungen haben, aber eben auch gar keine. Was bei der Nachricht relativ selten passiert, ist dass du (als Sender) bemerkst, ob sie von jemandem empfangen wurde.

So wird eine Nachricht übermittelt - "Kommunikation" geht anders

Als Forscher damit anfingen, die menschliche Kommunikation zu untersuchen, stellten sie fest, dass die Rückkoppelung eine wesentliche Rolle spielt. Oder ganz einfach: Wenn du feststellen kannst, ob du gehört oder verstanden wurdest. Manche sehen das auch psychologisch: „Was die Rückmeldungen, die du daraufhin bekommst, in dir bewirken.“ All diese Kenntnisse kommen aus der Mensch-Maschinen-Kommunikation oder der Kommunikation zwischen Maschinen. Die Sache kling technisch, und weil das so ist, haben viele Wissenschaftler sich geweigert, dies auch für den Menschen anzunehmen.

Doch – das Modell gilt für alle, für jeden und immer. Das wird heute kaum noch bezweifelt. Hier noch einmal in Kurzfassung und als Grafik:

Technisches Kommunikationsmodell für alle Fälle - auch für Menschen


Halten wir fest: Wenn wir Kommunikation technisch betrachten, reden wir davon, ob der Inhalt „rüberkommt“, also möglichst vollständig verstanden wird. Es ist dabei gleichgültig, ob es sich um Sachinformationen oder Stimmungslagen handelt. Nach dieser Theorie fragt man also: „Wird verstanden, WAS gesagt wird?“

Sachinformationen und Gefühlslagen - zwei Kanäle, zwei Sichtweisen?

Psychologen trennen die Inhalte gerne von den Gefühlen, die während der Kommunikation übermittelt werden. Sie sagen, dass wir lernen sollten, beide Aspekte zu erfassen und aufzutrennen. Es gibt sehr unterschiedliche Angaben darüber, zu wie viel Prozent die Informationen und die Gefühle in die Kommunikation mit einfließen, die allerdings höchst unzuverlässig sind. Im Gegensatz zu Sachinformationen können Gefühle über zwei Kanäle gesendet werden. Sowohl durch Mimik und Gestik als auch durch den Klang der Worte, durch den Aufbau der Sätze und vielen anderen sprachlichen Details. Hier grafisch udn in der Zusammenfassung:

Zwei Kanäle - Sachinformationen und Emotionen - wie wird das Ergebnis sein?


Halten wir dazu fest:

Wenn wir Kommunikation psychologisch betrachten, fragen wir uns, WIE etwas gesagt wird und WIE wir das, was gesagt wird, verstehen. Wir trennen dabei Gefühle, Stimmungen und die Beziehungen zur anderen Person von der Sachinformation.


Ein Vier-Kanal-Modell

Eine Abwandlung von diesem Modell finden wir bei Schulz von Thun, der zu den beiden bereits genannten Kanälen noch die Selbstkundgabe und den Appell hinzufügt. Er nennt den Beziehungsinhalt allerdings „Beziehungshinweis“. Das Modell wird dadurch etwas komplizierter, die Idee bleibt aber gleich.

Kommunikationsmodell mit vier Kanälen und Rückkoppelung


Halten wir dazu fest:

Das Kommunikationsquadrat (Schulz von Thun) verspricht, vier Aspekte der Kommunikation zu berücksichtigen. Bei dieser Methode wird mehr noch als bei den anderen gefragt, WIE etwas gesagt wird und WIE wir das, was gesagt wird, verstehen. Zusätzlich werden wir aufgefordert, die Beweggründe (im „WARUM“) zu erfassen.

Die TA, Eric Berne und eine andere Sichtweise der Kommunikation

Es gibt einen völlig anderen Weg, Kommunikation zu verstehen. Er stammt von Eric Berne und sagt Strak vereinfacht aus, dass drei Persönlichkeiten in uns wohnen, die an ihren Aussagen und ihrem Verhalten erkennbar sind:

- Der Erwachsene. (Adult)
- Das Kind. (Child)
- Der Erziehende. (Parent)


Das klingt ein bisschen wie bei Sigmund Freud abgeguckt, bezieht sich aber auf den Alltag. Stark vereinfacht ist Kommunikation dann einfach, wenn beide Partner auf einer der Ebenen miteinander reden. Und obgleich es bei allen drei Kommunikationsebenen Konflikte geben kann, wird vor allem der Wechsel der Ebene währen eines Gesprächs als problematisch angesehen.

Das geht dann so:

In der Kommunikationslehre nach Eric Berne wird der „Erwachsen“ als sachlicher und konstruktiver Beteiligter beschreiben.

Die Erzieher (Parent, Eltern) korrigiert und bevormundet in der Kommunikation gerne.

Das geistig-emotionale Kind gilt als verspielt, aber auch als albern und naiv.

Findet die Kommunikation auf einer Ebene statt, ist nach dieser Auflassung alles in Ordnung - treten dabei Konflikte auf, so werden sie ausgehandelt. Alle anderen Kommunikationsvorgänge führen erfahrungsgemäß zu Missmut, weil sich der Sender nicht verstanden fühlt.

So einfach diese Theorie auch sein mag, so kompliziert können die „Knoten“ sein, die während der Kommunikation entstehen. Und um diese aufzuklären, benötigen die Teilnehmer dann „Metakommunikation“, um wieder auf eine Ebene zurückzufinden.

Halten wir fest:

Das Kommunikationsmodell nach Eric Berne beruht auf der Annahme, dass wir relativ einfach auf „psychischer Augenhöhe“ kommunizieren können. Ebenso einfach ist es demnach, ein Gespräch auf einer anderen, bekannten parallelen Ebene zu versuchen. Wenn aber eine andere „Persönlichkeit“ antwortet als diejenige, die man angesprochen hat, dann kommt schnell Unmut auf. In diesem Fall ist es zumeist nötig, wieder auf eine parallele Ebene zu kommen – aber das muss verhandelt werden. Modellhaft fragt man bei Berne nach dem „WEN“ oder „WELCHE psychische Ebene spreche ich an.“

Auf eine Grafik habe ich verzichtet die Uni Oldenburg hat das Modell ausführlich (auch grafisch) dargestellt.

Und nun? Was könnte das alles für dich bedeuten?

Versuche in jedem Fall, dass die Sachinformation, die du sendest, tatsächlich vom Empfänger verstanden wird. „Verstehen und verstanden werden“ ist der Schlüssel zur gesamten Kommunikation. Wenn du selbst etwas nicht völlig verstehst, frage den Sender, was er damit meint.

Preisgaben, Appelle oder Gefühle werden selten „netto, sachlich und in klaren Worten“ übermittelt. Willst du selber appellieren, deine Gefühle offenbaren oder Einfluss auf die Gefühle anderer nehmen, dann wechsele die Gesprächsebene. Das wird in den meisten Kommunikationsseminaren gelehrt.

Es ist oft schwierig, in einem Gespräch mit anderen Gefühle, Preisgaben oder Appelle zu erkennen. Wenn du der Empfänger bist, kannst du versuchen, das Hauptanliegen deiner Partner herauszufinden. Wenn du nicht willst, dass irgendeine Form von Gefühlen oder Aufforderungen an dich gerichtet werden, sage dies klar und deutlich.

Ich denke, damit kommst du meistens zurecht.

Dieser Artikel wurde in verständlichem Deutsch für Lehrende und Lernende geschrieben.

Zum Weiterlesen für psychologisch interessierte (weitgehend theoretisch): Springer.