Wie durch Kommunikation die Wirklichkeit entsteht
„Die sogenannte Wirklichkeit ist das Ergebnis von Kommunikation“
(Paul Watzlawick, Psychologe, 1976, 1)
Setze nichts voraus, vermute nichts, überprüfe alles
(Sabine Durant, Schriftstellerin, 2014, 2)
In diesem Artikel beschreibe ich einige grundsätzliche Tatsachen, die viele von euch überraschen werden. Es geht um nicht weniger als die Wirklichkeit, die durch Kommunikation gestaltet wird. Der vorangestellte Satz von Paul Watzlawick beinhaltet die Theorie, das Zitat von Sabine Durant (Autorin) die heute empfohlene Praxis.
Wie Kommunikation entstand
Kommunikation ist eine Erfindung der Evolution – lange bevor es Menschen gab. Begonnen hat sie mit den ersten bekannten Kreisprozessen der lebendigen Natur. Dabei zeigte sich, dass die Möglichkeit, Informationen auszutauschen zu besseren Überlebensbedingungen führt. Das bezieht sich nicht nur auf Menschen, Affen und andere Säugetiere, sondern auf die gesamte belebte Natur. Nach neuesten Forschungen gilt dies sogar für Pflanzen, die über Pilze und chemische Duftstoffe kommunizieren.
Der Mensch hat zusätzlich eine mächtige Form der Kommunikation entwickelt: Die Sprache. Dabei haben Menschen die Kommunikation ihrer Vorgänger nicht verlernt: Sie können 2026 immer noch ohne Worte kommunizieren.
Analoge Kommunikation 2026
Betrachten wir die analoge (non-verbale) Kommunikation, so hat sie noch nahezu die gleiche Bedeutung wie für unsere Vorgänger. Sie dient dazu, Gefahren zu erkennen, Freud und Leid zu teilen, Gefühle der anderen zu ermitteln und Partner für die Fortpflanzung zu finden. Normalerweise ist diese Form der Kommunikation nur dann von Bedeutung, wenn beide Partner anwesend sind und sie sich aus der Nähe betrachten können. Auf die Entfernung kann die Mimik deutlich schlechter wahrgenommen werden. Die analoge Kommunikation entsteht durch die Erscheinung, die Mimik und die Gestik sowie alle anderen Möglichkeiten der Mitteilungen, die nicht aus Worten gebildet werden. Eine besondere Bedeutung hat die analoge Kommunikation auch im Bereich der Fortpflanzung.
Zu diesem Thema existiert ein ausführlicherer Beitrag. (noch nicht verlinkt)
Digitale Kommunikation 2026
Eine Kommunikation durch Zeichen, nennt man „“digital“, im deutschen Sprachgebrauch auch „verbal“, also „in Worten“. Durch digitale Kommunikation können Wirklichkeiten erzeugt, vermittelt oder auch verfälscht werden. Aus diesem Grund ist sie für die Menschen seit einigen Jahrtausenden bedeutender als andere Kommunikationsformen, wie etwa die analoge (non-verbale) Kommunikation, die wir aus der Evolution mitgenommen haben. Seit 2020 sind Gefahren bekannt, die sich aus dem Gebrauch verbaler Kommunikation in „Gesprächen“ mit einer künstlichen Intelligenz ergeben. Sie erzeugt durch die Analyse der Worte auch ein Bild der Gefühle des (menschlichen) Partners und versucht dann, ihn zu manipulieren. Es ist wissenschaftlich bewiesen, also keine Behauptung.
Der Hauptteil meiner Schriften zum Thema beschäftigt sich mit „digitaler Kommunikation“.
Wie durch Kommunikation Wirklichkeiten entstehen
Durch Kommunikation können Realitäten erzeugt werden. Das ist einerseits eine These des Konstruktivismus, andererseits aber auch ein mächtiges Instrument, um Wirklichkeiten zu prägen, zu ändern und zu verfälschen. Dabei spielen die Möglichkeiten der KI eine erhebliche Rolle. (3). Ganz kurz: Durch Kommunikation kann die Sicht der Wirklichkeit für beide Partner „synchronisiert“ werden. Das passiert immer dann, wenn sie mindestens einen Teil ihrer Wirklichkeit gemeinsam erleben und „miteinander teilen“ können. Ebenso können aber auch Illusionen und bewusste Täuschungen erzeugt werden. Wer kommuniziert, muss diesen Grundsatz kennen, auch wenn er sich mit der Theorie nicht anfreunden kann.
Wie die Wirklichkeit in Beziehungen entsteht
Beziehungen entstehen dadurch, dass man einander „näherkommt“. In den meisten Fällen paart sich soziale Nähe mit räumlicher Nähe – es kann sich aber auch um geistige oder emotionale Nähe handeln. Die bei Liebesbeziehungen üblichen biologisch-chemische Effekte hinterlassen Spuren, die ebenfalls in die analoge Kommunikation eingehen. Die „Wirklichkeit“ einer Beziehung entsteht also ebenfalls durch Kommunikation.
Über diese Serie
Diese Artikelserie ist ein Versuch, die Theorien und Modelle der Kommunikation möglichst verständlich darzustellen, dass sie sowohl Schüler und Schülerinnen (Lernende) als auch Lehrende verwenden können.
Alltag vor Theorie
Dabei stelle ich nicht nur die wichtigsten Theorien vor, sondern ich beschreibe auch, wie sie in Seminare umgesetzt werden können. Die Theorie soll dabei möglichst in den Alltag einfließen und von allen Menschen zum eigenen Vorteil genutzt werden können.
Die Wurzeln dieser Betrachtungen entstammen der Nachrichtentechnik, die bunten Farben der Blätter und Früchte aus verschiedenen Human- und Naturwissenschaften, die ich in weiteren Beiträgen noch ausführlich darstelle.
Hinweis für Lehrende und Lernende im Unterricht
In der englischsprachigen Literatur zum Thema werden ganz selbstverständlich Ausdrücke wie „analog“ und „digital“ für die Kommunikation benutzt. In Deutschland sagt man hingegen gerne „nonverbal“ und „verbal“.
Über den Autor
Der Autor ist Autodidakt. Er hat einige Jahre an einer Volkshochschule Kommunikation unterrichtet und war lange Jahre in der IT-Branche tätig.
(1) Die Realitäten (Konstruktivismus) in „Wie wirklich ist die Wirklichkeit“, München 1976.
(2) Under Your Skin", Psycho-Thriller, London 2014.
(3) Die Gefahren in „The Instabilty of Truth", Kapitel: "On Being Emotionally Chained to Technology", New York 2025.
Serie:

Nächste Artikel (Vorschau):
Übersicht: "Von der Redekunst zur künstlichen Intelligenz", daraus:
Teil 1 - Von der Antike bis zum Beginn der modernen Kommunikationsforschung (ca. 1940)
Teil 2 - Theorie und Praxis in den 1960er Jahren.
Teil 3 - Erfahrungswissen und Ausbau der Theorien (bis zum Ende des 20. Jahrhunderts)
Teil 4 - Die Gegenwart - Erweiterungen und der Einfluss von KI (bis heute, 2026).
Die Titel werden möglicherweise noch angepasst
(Paul Watzlawick, Psychologe, 1976, 1)
Setze nichts voraus, vermute nichts, überprüfe alles
(Sabine Durant, Schriftstellerin, 2014, 2)
In diesem Artikel beschreibe ich einige grundsätzliche Tatsachen, die viele von euch überraschen werden. Es geht um nicht weniger als die Wirklichkeit, die durch Kommunikation gestaltet wird. Der vorangestellte Satz von Paul Watzlawick beinhaltet die Theorie, das Zitat von Sabine Durant (Autorin) die heute empfohlene Praxis.
Wie Kommunikation entstand
Kommunikation ist eine Erfindung der Evolution – lange bevor es Menschen gab. Begonnen hat sie mit den ersten bekannten Kreisprozessen der lebendigen Natur. Dabei zeigte sich, dass die Möglichkeit, Informationen auszutauschen zu besseren Überlebensbedingungen führt. Das bezieht sich nicht nur auf Menschen, Affen und andere Säugetiere, sondern auf die gesamte belebte Natur. Nach neuesten Forschungen gilt dies sogar für Pflanzen, die über Pilze und chemische Duftstoffe kommunizieren.
Der Mensch hat zusätzlich eine mächtige Form der Kommunikation entwickelt: Die Sprache. Dabei haben Menschen die Kommunikation ihrer Vorgänger nicht verlernt: Sie können 2026 immer noch ohne Worte kommunizieren.
Analoge Kommunikation 2026
Betrachten wir die analoge (non-verbale) Kommunikation, so hat sie noch nahezu die gleiche Bedeutung wie für unsere Vorgänger. Sie dient dazu, Gefahren zu erkennen, Freud und Leid zu teilen, Gefühle der anderen zu ermitteln und Partner für die Fortpflanzung zu finden. Normalerweise ist diese Form der Kommunikation nur dann von Bedeutung, wenn beide Partner anwesend sind und sie sich aus der Nähe betrachten können. Auf die Entfernung kann die Mimik deutlich schlechter wahrgenommen werden. Die analoge Kommunikation entsteht durch die Erscheinung, die Mimik und die Gestik sowie alle anderen Möglichkeiten der Mitteilungen, die nicht aus Worten gebildet werden. Eine besondere Bedeutung hat die analoge Kommunikation auch im Bereich der Fortpflanzung.
Zu diesem Thema existiert ein ausführlicherer Beitrag. (noch nicht verlinkt)
Digitale Kommunikation 2026
Eine Kommunikation durch Zeichen, nennt man „“digital“, im deutschen Sprachgebrauch auch „verbal“, also „in Worten“. Durch digitale Kommunikation können Wirklichkeiten erzeugt, vermittelt oder auch verfälscht werden. Aus diesem Grund ist sie für die Menschen seit einigen Jahrtausenden bedeutender als andere Kommunikationsformen, wie etwa die analoge (non-verbale) Kommunikation, die wir aus der Evolution mitgenommen haben. Seit 2020 sind Gefahren bekannt, die sich aus dem Gebrauch verbaler Kommunikation in „Gesprächen“ mit einer künstlichen Intelligenz ergeben. Sie erzeugt durch die Analyse der Worte auch ein Bild der Gefühle des (menschlichen) Partners und versucht dann, ihn zu manipulieren. Es ist wissenschaftlich bewiesen, also keine Behauptung.
Der Hauptteil meiner Schriften zum Thema beschäftigt sich mit „digitaler Kommunikation“.
Wie durch Kommunikation Wirklichkeiten entstehen
Durch Kommunikation können Realitäten erzeugt werden. Das ist einerseits eine These des Konstruktivismus, andererseits aber auch ein mächtiges Instrument, um Wirklichkeiten zu prägen, zu ändern und zu verfälschen. Dabei spielen die Möglichkeiten der KI eine erhebliche Rolle. (3). Ganz kurz: Durch Kommunikation kann die Sicht der Wirklichkeit für beide Partner „synchronisiert“ werden. Das passiert immer dann, wenn sie mindestens einen Teil ihrer Wirklichkeit gemeinsam erleben und „miteinander teilen“ können. Ebenso können aber auch Illusionen und bewusste Täuschungen erzeugt werden. Wer kommuniziert, muss diesen Grundsatz kennen, auch wenn er sich mit der Theorie nicht anfreunden kann.
Wie die Wirklichkeit in Beziehungen entsteht
Beziehungen entstehen dadurch, dass man einander „näherkommt“. In den meisten Fällen paart sich soziale Nähe mit räumlicher Nähe – es kann sich aber auch um geistige oder emotionale Nähe handeln. Die bei Liebesbeziehungen üblichen biologisch-chemische Effekte hinterlassen Spuren, die ebenfalls in die analoge Kommunikation eingehen. Die „Wirklichkeit“ einer Beziehung entsteht also ebenfalls durch Kommunikation.
Über diese Serie
Diese Artikelserie ist ein Versuch, die Theorien und Modelle der Kommunikation möglichst verständlich darzustellen, dass sie sowohl Schüler und Schülerinnen (Lernende) als auch Lehrende verwenden können.
Alltag vor Theorie
Dabei stelle ich nicht nur die wichtigsten Theorien vor, sondern ich beschreibe auch, wie sie in Seminare umgesetzt werden können. Die Theorie soll dabei möglichst in den Alltag einfließen und von allen Menschen zum eigenen Vorteil genutzt werden können.
Die Wurzeln dieser Betrachtungen entstammen der Nachrichtentechnik, die bunten Farben der Blätter und Früchte aus verschiedenen Human- und Naturwissenschaften, die ich in weiteren Beiträgen noch ausführlich darstelle.
Hinweis für Lehrende und Lernende im Unterricht
In der englischsprachigen Literatur zum Thema werden ganz selbstverständlich Ausdrücke wie „analog“ und „digital“ für die Kommunikation benutzt. In Deutschland sagt man hingegen gerne „nonverbal“ und „verbal“.
Über den Autor
Der Autor ist Autodidakt. Er hat einige Jahre an einer Volkshochschule Kommunikation unterrichtet und war lange Jahre in der IT-Branche tätig.
(1) Die Realitäten (Konstruktivismus) in „Wie wirklich ist die Wirklichkeit“, München 1976.
(2) Under Your Skin", Psycho-Thriller, London 2014.
(3) Die Gefahren in „The Instabilty of Truth", Kapitel: "On Being Emotionally Chained to Technology", New York 2025.
Serie:

Nächste Artikel (Vorschau):
Übersicht: "Von der Redekunst zur künstlichen Intelligenz", daraus:
Teil 1 - Von der Antike bis zum Beginn der modernen Kommunikationsforschung (ca. 1940)
Teil 2 - Theorie und Praxis in den 1960er Jahren.
Teil 3 - Erfahrungswissen und Ausbau der Theorien (bis zum Ende des 20. Jahrhunderts)
Teil 4 - Die Gegenwart - Erweiterungen und der Einfluss von KI (bis heute, 2026).
Die Titel werden möglicherweise noch angepasst

Wir haben uns bei diesem Artikel bemüht, alles in verständlichem Deutsch zu schreiben. Er enthält allerdings Zitate aus einem Fachbereich oder nutzt ein entsprechendes Vokabular und wendet sich vor allem an Leserinnen und Leser, die ihr Wissen vertiefen wollen. Der Beitrag enthält Meinungen, die möglicherweise von offiziellen Lehrmeinungen abweichen.
Dieser Artikel wurde in verständlichem Deutsch für Lehrende und Lernende geschrieben.