Was machen wir eigentlich genau, wenn wir „aktiv zuhören?“

Gehört werden - Verstanden werden
„Aktives Zuhören“ ist nicht abhängig von großen Ohren. Die Technik gibt deinem Partner (deiner Partnerin) das Gefühl, wirklich gehört zu werden. Wenn dieser Effekt erreicht ist, dann geht dein Gegenüber davon aus, verstanden zu werden.Genau an dieser Stelle gabelt sich der Weg der Kommunikation:
1. Bei einem Sachthema ist unerlässlich, dass beide Partner mindestens eine ähnliche Vorstellung von der Sache haben, über die gesprochen wird.
2. Handelt es sich hingegen um einen „emotionalen Zustand“ oder ein Gefühl, dann ist vorm allem wichtig, das Gespräch weiterzuentwickeln.
ber den ersten Fall wird genug gesprochen oder gelehrt. Im zweiten Fall jedoch geht es um das „Befinden“ der anderen Person. Sie spricht mit uns, weil sie volkstümlich gesprochen „etwas auf dem Herzen“ hat. Manche Menschen sagen dazu auch „sie will sich etwas von der Seele reden“.
All diese Ausdrücke haben eins gemeinsam: Die andere Person sucht einen Weg, ihre mehr oder weniger ungeordneten Befindlichkeiten in Worte zu verwandeln. Das ist die übliche Methode, um einer Lösung näher zu kommen. Ein guter Zuhörer ist dabei sehr wichtig, und jetzt kommst du ins Spiel.
Der aufmerksame, aktive Zuhörer
Ein guter Zuhörer sollte immer offen, aufmerksam und konzentriert wirken. Wenn du auf diese Weise zuhörst, dann erkennst du auch die „Klippen“ im Redefluss der anderen Person. Sie deuten darauf hin, dass sie zu Problemen geführt haben. Achte auf Sätze oder Worte, die häufig vorkommen – das deutet darauf hin, dass sie besonders wichtig sind und geklärt werden sollten.
Wenn du all dies tust, bist du schon ein sehr aufmerksamer Zuhörer. Wenn du glaubst, die „Klippe“ erkannt zu haben, dann spiegelst du das, was dein Gegenüber gerade gesagt hat, zurück. Man nennt das „paraphrasieren“. Liegst du richtig, dann hilfst du deinem Gegenüber damit, den Gedanken zu vertiefen.
„Ich fühle mich so unwohl, sobald mich jemand mag.“
„Du meinst also, dass dich Nähe unsicher macht?“
„Immer, wenn ich kurz vor dem Ziel meiner Bemühungen stehe, bekomme ich Zweifel am Sinn meiner Aktivitäten.“
„Du sagtest gerade, dass es dir umso schwerer fällt, dein Ziel zu verfolgen, je näher du ihm kommst – kannst du mir das genauer erläutern?“
Jetzt fragt sich eigentlich nur noch, was „das bringt“, nicht wahr?
Das ist ganz einfach. Wenn du der Zuhörer oder die Zuhörerin bist, bringt es dir den Vorteil, als „Geber“ aufgetreten zu sein. Denn du hast wirklich etwas gegeben, was der anderen Person nützt: das Gefühl, verstanden zu werden. Und mit diesem Gefühl hast du ihr auch geholfen, einen großen Teil ihrer Last „losgeworden“ zu sein.
Das Wichtigste aber: Wer solche Gespräche führen kann, hilft der anderen Person tatsächlich, und das geht so:
1. Am Anfang war eine gewisse Unordnung in den Gedanken, Gefühlen, Befindlichkeiten oder ähnlichen Regungen. Das liegt daran, dass diese Gedanken noch herumschweben, ohne dass sie in Worte gefasst werden konnten.
2. Indem die andere Person mit dir geredet hat (auch wenn du „nur“ aktiv zugehört hast), gelang es ihr, einige dieser Gedanken in Worte zu fassen.
3. Durch ein vorsichtiges „Nachhaken“ konnte die andere Person die Gedanken dazu erweitern, was sie möglicherweise zur Lösung geführt hat.
Ich finde, das ist wirklich lohnend.
Dieser Artikel wurde in verständlichem Deutsch für Lehrende und Lernende geschrieben. Der Autor ist der Meinung, dass er für Unterrichtszwecke geeignet ist.



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