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 Echte Gefühle und verständliche Kommunikation by sehpferd.

Der späte Einstieg der Psychologen in die Kommunikationslehre

"Der späte Einstieg der Psychologen in die Kommunikationslehre - und was sich daraus ergibt" wirf viel Licht auf den Einfluss der Psychologie auf Kommunikationstrainings. Alles begann in den 1950-er Jahren.

Wer das Verhalten eines Menschen durch Beobachtungen aufnehmen, verarbeiten und erklären kann, ist im weitesten Sinne ein „Experte für das menschliche Verhalten“. In der Psychologie und der Psychotherapie sagt man dazu auch Behaviorismus und spricht bei der Therapie von Verhaltenstherapie.

Die Grundlage: die Lehre von menschlichen Verhalten

Der eigentliche Schöpfer dieser Wissenschaft war B. F. Skinner, der sie 1953 in seinem Hauptwerk Science and Human Behavior bekannt machte. Damit ebnete er gewissermaßen den Weg der Psychologie zur Kommunikationslehre, an der sie bis zu diesem Zeitpunkt noch wenig Interesse bestand.

Verhaltensänderungen und Kommunikation

Doch nach und nach wurde die „Verhaltensänderung“ zu einem der wichtigsten Bausteine der Psychologie. Die Verhaltenstherapie, die aus dem Behaviorismus abgeleitet wurde, ist in Deutschland eine der wenigen Psychotherapien, die im Gesundheitsbereich anerkannt werden.

Was hat dies nun mit dem Interesse der Psychologie an der menschlichen Kommunikation zu tun?

Die Brücke zwischen Psychologie und Kommunikationslehre

Kurz nachdem sich die Verhaltenstherapie in verschiedenen Ausprägungen durchgesetzt hatte, dachten einige Psychologen daran, eine Brücke zwischen „menschlichere Kommunikation“ und „menschlichem Verhalten“ zu bauen. Zwar heißt es immer wieder, dass die Autoren der ursprünglichen Verhaltenstherapie nach Skinner skeptisch gegenüber. Dennoch wäre die neue Kommunikationstheorie nicht möglich gewesen, wenn es keine „Verhaltenstherapie“ gegeben hätte. Den entscheidenden Satz kann man bei Paul Watzlawick nachlesen, wenn er zusätzlich zum „ersten Axiom“ erwähnt: „Man kann sich nicht nicht“ verhalten. Wenngleich eine Kommunikationsänderung oft nicht als „Verhaltensänderung“ empfunden wird, so ist es eben doch ein Eingriff in die Denk- und Handlungsweise.

Ziele, Theorien, Methoden und Sichtweisen

Was unterscheidet nun die „psychologische“ Sichtweise von der „nicht psychologischen“, soweit es die Kommunikation betrifft?

Psychologie dient oft dazu, unsere Handlungen zu entschlüsseln, um unsere innere Verfassung zu verstehen. Psychotherapie in all ihren Formen beschäftigt sich darüber hinaus damit, Lösungsansätze für bestimmte Störungen zu finden und zu verwirklichen. Das bedeutet: Psychotherapeuten (und psychologische Theoretiker) legen mehr Wert darauf, dem Menschen bei Störungen zu helfen. Nicht-Psychologen neigen eher dazu, den Alltag zu erklären und zu vereinfachen sowie gegebenenfalls auch Veränderungen vorzuschlagen.

Damit sind die Unterschiede weitgehend erklärbar – sowohl in der Theorie wie auch in der Praxis.

Du und deine Wahl – was nützt dir?

Versuche möglichst, einen Anbieter zu finden, der das Hauptaugenmerk auf „verstehen“ einerseits und „verstanden werden“ anderseits legt. Solche Methoden sind variabel - sie können später auf nahezu jede Situation und jeden beruflichen Einsatz angepasst werden. Ob du dein Verhalten dabei gründlich „aufpolierst“, kannst du ebenfalls selber entscheiden.

Manchmal werden Kommunikationsseminare veranstaltet, um Personen vor Manipulation zu schützen – was ich außerordentlich begrüße. In diesem Fall wird sich dein Verhalten ebenfalls etwas verändern, aber es ist keine „Verhaltensänderung“ im psychologischen Sinne.

Andererseits wird aber auch versucht, unter dem Oberbegriff „Kommunikation“ Lehren zu verbreiten, die dein Verhalten massiv beeinflussen können. Die Frage ist dabei, ob du dies wirklich willst.

Einschneidende Verhaltensänderungen sind ein weites Feld – nur wenn du sie wirklich willst und ziemlich viel Zeit darauf verwendest, wirst du Erfolg haben. Wenn es dich wirklich interessiert, wie es funktioniert, schau mal in einem dieser Bücher nach:

1. Self-Directed Behavior: Self-Modification for Personal Adjustment, International Edition (2013).
2. Einübung in Selbstkontrolle (Watson/Tharp), München 1971 (Bibliotheken, Antiquariate)
2.Frauke Teegan: sich ändern lernen - Anleitungen zur Selbsterfahrung und Verhaltensmodifikation Taschenbuch – 1. Januar 1976 (Antiquariate)