Web Analytics Made Easy - Statcounter
Skip to content
 Echte Gefühle und verständliche Kommunikation by sehpferd.

Kommunikation über das Intimleben – in "mittleren Jahren"

In den mittleren Jahren: wollen, wünschen, fantasieren

Im ersten Teil haben wir hauptsächlich von „frischen Paaren“ gesprochen. Und tatsächlich war es einige Zeit so, dass sogenannte „bürgerliche Paare“ während ihrer Ehe niemals einen Redebedarf über Sex verspürten. Das ist heute nicht mehr so. Der Bedarf an Gesprächen ist groß, aber der Mut, über sexuelle Wünsche zu sprechen, steigt nicht automatisch. Doch das heißt nicht, dass es gar keine Lösungen durch Kommunikation gibt.

Fragen, die sich auch noch während längerer Beziehung oder Ehen ergeben - hier , reißen wir sie kurz an:

1. Noch nicht - nicht mehr.

Was du zu Beginn einer Beziehung mochtest, ist möglicherweise nicht mehr das, was dir heute vorschwebt. Das gilt insbesondere für Paare in den „mittleren Jahren“, weil sich das Verhältnis zum eigenen Körper in diesem Alter verändert.

2. Ob wir es tun oder was wir tun?

Zu Anfang war klar, was „wir“ miteinander tun, wenn wir „Sex hatten“. Nach und nach ändert sich das. Die neue Frage, die aufkommt, ist „wie tun wir es eigentlich?“ Da spielen Fragen wie Oral- oder Analverkehr eine Rolle, aber auch der Einsatz von „Toys“.

3. Nur Sex oder noch etwas anderes?

Viele Menschen wissen heute, dass sexuelle Gelüste nicht nur auf eine Art ausgedrückt und vollzogen werden können. Es geht dabei um Heteroflexibilität, Triolen, Fetische, Bondage, „SM light“ oder ähnliche Praktiken, die in den Fantasien vieler Frauen und Männer eine Rolle spielen. Manchmal handelt es sich „nur“ um Fantasien, dann aber auch darum, sie in harmlose Rollenspiele zu verwandeln.

Wie du siehst, gehen den Menschen die Themen nie aus, die „ein bisschen heikel sind“. Tatsächlich haben über 50 Prozent der Frauen und Männer Fantasien, über die weder bei Stammtischen noch bei Damenkränzchen geredet wird.

Wenn du mit deinem Partner darüber reden willst, kannst du es an etwas „verankern“, was einem von euch aufgefallen ist. Oft ist diese ein Teil des „ganz gewöhnlichen“ Fernsehprogramms – es muss also kein „Porno“ gewesen sein. Ein Zitat aus „Inspector Barneby“:

Ich könnte mir nie vorstellen, dies Art von Diensten zu verrichten, die in gewissen Häusern von Damen angeboten werden, aber wenn es darum ginge, einen Mann mit einer Reitgerte abzustrafen – oh, das würde ich mir wirklich einmal überlegen.

Was das alles mit Kommunikation zu tun hat

Rein theoretisch reden wir hier von nichts anderem als einem Wechsel der Perspektive. In Ehen und eheähnlichen Beziehungen können wir mehrere Wirklichkeiten herstellen, beispielsweise:

1. Ein Teil der Gesellschaft zu sein, der sich als solides Paar ausweist.
2. Eltern zu sein, also hauptsächlich diese Perspektive nach außen zu zeigen.
3. Personen zu sein, die für sich selbst stehen und in einer Ehe leben.
4. Sexuelle Wesen zu sein, die ganz selbstverständlich Sex haben wie andere auch.
5. Bestimmte sinnliche Freuden zu genießen, die sie vor anderes Verbergen, damit diese nicht öffentlich gemacht werden.

Praktisch bedeutet dies aber, die Kommunikation auf unterschiedliche Arten zu führen. Die Frage, ob ein Haus gebaut wird oder ein neues Auto gekauft werden soll erfordert andere Strategien als die Frage, wie die Kinder am besten aufwachsen sollten. Die persönliche Entwicklung muss mit der Entwicklung der Beziehung kompatibel sein. Und im Bereich der Lüste und Begierden wird erwartet, über Erweiterungen und Änderungen des Lustfahrplans zu sprechen.

Was Experten meinen

Wenn Fachleute sprechen, dann sagen sie dies oft so:

Es geht darum, einander zu helfen, die Wünsche und Bedürfnisse des anderen genau zu verstehen. Man könnte zum Beispiel besprechen, ob Vorspiel ein wichtiger Bestandteil des Geschlechtsverkehrs ist oder ob man sich Sexspielzeug wünscht und wenn ja, welches. Wenn beide damit einverstanden sind, kann man auch seine sexuellen Fantasien teilen.

Bewährte Methoden

Über den Zaun helfen

Nehmen wir mal den „IST-Zustand“ vieler Menschen:

1. Du hast dringende sinnliche Wünsche.
2. Zugleich schämst du dich, sie zu äußern.
3. Zudem befürchtest du, damit abgelehnt zu werden.


Ich denke, viele Frauen und Männer kennen diese Situation. Die Zwickmühle, die daraus entsteht, heißt in etwa:

„Den Zustand jetzt kenne ich, und er ist ziemlich mies. Aber woher soll ich wissen, dass nachher alles besser wird?“

Psychologen neigen dazu, nun zu fragen: „Was könnte den schlimmstenfalls passieren?“

Ich fürchte, das reicht als Antwort noch nicht aus. Wie wäre es also mit:

„Was ergibt sich bestenfalls daraus?

Das klingt schon besser.

Wie und wann?

Überlegst du nun: „Ob ich ihn/sie einmal fragen sollte, ob?“ Versuche es mit einen deutlich sinnvolleren Vorschlag: „Wie willst du es ihm/ihr sagen?“

Anlässe schaffen

Wenn es keine zufälligen Anlässe (Artikel, Bücher, Lieder, Fernsehsendungen) gibt, dann kannst du sie erzeugen. Heute ist es nicht mehr „ehrenrührig“, entsprechende Bücher zu lesen – im Gegenteil, sie wurden (und werden noch immer) zu Bestsellern. Nimm sie zum Anlass, um mit deinem Partner / deiner Partnerin darüber zu sprechen.

Dies nicht - sondern?

Wenn du bei ihm/ihr unpassende Knöpfe gedrückt hast, heißt dies nicht, dass er/sie gar nicht für neue Lüste empfänglich ist. Frag einfach, welche Vorschläge, er/sie hätte, um zu neuen sinnlichen Aktivitäten zu kommen.

Nicht gleich das ganze Paket auf den Tisch legen

Geh nicht aufs Ganze – sondern setze Meilensteine. Ein Thema wäre zum Beispiel: Wo und wie darf er/sie dich küssen? Würdest du diese Bereiche gerne erweitern?

Was wäre, wenn …

Eine der Königslösungen (oder Königinnenlösungen) ist, das Thema real in die Luft zu zeichnen: Wenn ihr beide schon über den Zaun eurer Vorbehalte gehüpft wäre, was wäre dann?

Diese Frage lässt sich in vielen Varianten stellen. Du kannst irgendeine Voraussetzung (ein Verhalten, einen Gegenstand, eine Fetisch-Variation) wählen, um ein Bild davon zu zeichnen, was wäre, wenn… “

Verhandeln über Geben und Nehmen

Verhandeln bedeutet auch, über etwas zu kommunizieren, um ein konkretes Ergebnis zu erzielen. Im Geschäftsleben wie auch in Beziehungen geht es um einen „Ausgleich der Interessen“ oder idealerweise um eine „Win-win-Situation“. Am Ende gibt es einen Deal: Ich versuche mit dir dies, und dafür erlaube ich dir, mit mir jenes zu versuchen. Das Ziel ist in beiden Fällen, die Lust beider Partner zu steigern.

Fast alles ist gesagt - und nun?

Niemand behauptet, dass es einfach ist, „über den eigenen Schatten“ zu springen. Er ist oft die größte Hürde vor neuen sinnlichen Erlebnissen. Oft wird erst durch den Versuch klar, ob eine „unübliche“ sexuelle Variante Freude bereitet.

Ist damit alles gesagt? Natürlich nicht. Es gibt dicke und schmale Bücher über solche Themen. Einige verherrlichen eine Praxis, andere beschreiben sie lediglich und wieder andere warnen davor. Letztendlich geht es niemals um die Meinungen von „Experten“ – sondern nur darum, wie du und deine(e) Partner(innen) darüber denken und fühlen.

Und genau dabei wünscht dir das sehpferd-team Glück und Erfolg. "Kommunikation über das Intimleben – in "mittleren Jahren" " vollständig lesen

Kommunikation über das Intimleben – worum es geht

Wollen, wünschen, vereinbaren - Dialoge über Wünsche
Kommunikation über das Intimleben – worum es geht - erster Teil

Wenn gibt es um Sex oder sex-ähnliche Intimitäten geht, verfallen viele Menschen in Sprachlosigkeit, egal, ob es um sie selbst oder um andere geht. Wir haben einfach nicht gelernt, uns offen über unsere Wünsche, Neigungen und Gelüste auszutauschen. Viele Menschen haben zudem noch tief verwurzelte „Tabuthemen“, über die sie niemals reden wollen.

Wenn deine Stunde kommt - sei auf ein Gespräch vorbereitet

Und doch kommt einmal die Stunde, in der es gar nicht anders geht, als etwas „Intimes“ zu besprechen. Ob du gerade dein allererstes sinnliches Date hattest oder dein zwanzigstes, ob du bereits in einer Beziehung lebst oder nicht: immer wieder kann das Thema der sinnlichen Begierden aufkommen.

Was sagen uns Sexologen und andere Fachleute dazu?

Die Kommunikation mit dem Partner ist ein wesentlicher Bestandteil von Sexualität und Intimität. Offenheit und Ehrlichkeit führen zu mehr sexuellem Wohlbefinden und Zufriedenheit, (doch) … vielen Menschen fällt es schwer, effektiv mit ihrem Partner über Sex zu sprechen.

Egal, welchen Text du aus Lehrbüchern, Selbsthilfebüchern oder in Beiträgen von Sexualkundlern entnimmst, überall liest du das Gleiche: Reden hilft. Und wenn du dann wissen willst, wie du es tun kannst, dann heißt es: „Aber es ist kompliziert“. Also ist es gut, sich rechtzeitig darüber klar zu werden. Wie du über deine Bedürfnisse beim Sex reden kannst.

Taufrische Paare: Verhütung zuerst

Bei „taufrischen Paaren“ ist das erste Thema meist: „Wie verhütest du?“

Manche Frauen nehmen zu Dates immer Kondome mit, weil sie denken, dass es nicht schaden kann, sie selber mitzubringen. Bei Dates kann es durchaus zu einem spontanen Verlangen nach Sex kommen, und kaum etwas ist fahrlässiger, als darauf nicht vorbereitet zu sein.

Das Nein – sonnenklar

Eine ganz andere Frage scheint tatsächlich zum Problem zu werden: Es gibt zahllose Artikel zum Thema „NEIN zum Sex zu sagen.“ In gleicher Weise versucht man, den jungen Männern beizubringen: „NEIN“ heißt „NEIN“. Das alles ist – so hoffe ich jedenfalls – sonnenklar.

Das JA – selten ausgesprochen

Unklar hingegen ist für viele junge Männer, wie „taufrische Paare“ sich auf ein „Ja“ einigen können. Für das „Ja“ gilt nämlich, dass es oft nicht als „Appell“ vorgetragen wird, sondern „in anderer Weise“ vermittelt wird.

Diese „andere Weise“ kann im Sinne der Kommunikationstheorie darin bestehen, die Perspektive zu wechseln. Das kann ein Wechsel der Kleidung sein (leichter, zugänglicher) oder ein Wechsel des Ortes (vom Ort des Kennenlernens auf das eigene Sofa). Ältere Paare werden darüber lächeln, aber junge, unerfahrene Paare, die zum ersten Mal intim miteinander werden, sollten versuchen, dabei präziser zu werden, also zum Beispiel:

1. Berühre mich hier (welcher Körperteil, womit).
2. Küss mich nicht (Körperteil benennen).
3. Ich mag, wenn du mich (Berührung formulieren).
4. Ich würde dich gerne … (Handlung benennen).


Wenn du „bereits mit einer sexuellen Handlung aktiv“ bist, zeig ihm/ihr gerne, dass du sie genießt.

Das Tier in dir spricht keine „Gelehrtensprache“

Eine geeignete Sprache für sexuelle Handlungen zu finden, ist oft nicht einfach. Die Regeln für eine zurückhaltende Kommunikation ändern sich, sobald die Türschwelle zum Schlafzimmer überschritten wird. Ob Frau oder Mann: Beide fallen zurück auf ihre ursprünglichen Begierden, für die es keine „feinen“ Worte gibt. Animalisch wirkende Laute, wie etwa das Stöhnen, Röcheln, Aufschreien beherrschen die Szene. Das ist genau das, was man in der Kommunikation einen „Wechsel der Perspektive“ nennt.

Abtauchen in unser animalische Selbst

Üblicherweise führt uns die sexuelle Beziehung zurück auf unseren Wurzeln: Wir bieten einander die nackten Körper an und vollziehen sexuelle Akte wie andere Säugetiere auch. Vorher und nachher sind wir dennoch das, was wir zu sein glaubten: zivilisierte Menschen.

Soweit die Kommunikation vor und während der ersten sexuellen Erfahrungen. Doch die Praxis des 21. Jahrhunderts fordert weitaus mehr Kommunikation ein: Es gibt viele „erste Male“ – auch innerhalb langjähriger Beziehungen. Und sie fordern uns immer wieder heraus – egal, wie alt wir sind.

Deshalb hat dieser Artikel noch eine Fortsetzung für alle, die erst im reiferen Alter entdecken, dass es noch andere Lüste gibt als „das Übliche“.

Zitat: Guardian nach der Übersetzung durch Google.
Hinweis: Wenn du noch sehr jung bist oder alles noch einmal in einfacher Sprache lesen willst, dann schau mal bei Lilli nach.