Web Analytics Made Easy - Statcounter
Skip to content
 Echte Gefühle und verständliche Kommunikation by sehpferd.

Gefühle im Dialog - Möglichkeiten, Nutzen und Gefahren

Wenn du Dialoge führen willst, ist zuerst wichtig, dass der Partner versteht, „von was“ du eigentlich sprichst.

Das allgemeine Prinzip heißt: Beobachtung - Beschreibung – Auswirkung. Es wird bei sehpferds "echte gefühle und Kommunikation" ausführlich beschrieben.

Dein Kernaussage beginnt nach diesem Verfahren damit, WAS du mitteilen willst, WIE du es siehst, und WELCHE Auswirkungen dies hat (oder haben könnte).

Drei wichtige Tipps für die Kommunikation über Gefühle

Wenn du ein eigenes Gefühl mitteilen willst …

Wenn es sich um Dein Gefühl handelt, benennst du zuerst den Zustand, in dem du dich befindest. Dann schilderst du, wie es dir dabei geht, und endest damit, was du erwartest oder befürchtest.

Wenn du die Gefühle anderer ansprechen willst

Geht es darum, die Gefühle einer anderen Person festzustellen, dann beginnst du mit einer persönlichen Beobachtung. Dann sagst du, wie du sie aus deiner empfindest, und ergänzt dann die Folge(n) die sich daraus ergeben (könnten). Diese Variante wird oft genutzt, um sich vorsichtig an eine Beziehung heranzutasten.

Wenn du glaubst, Konflikte klären zu müssen

Konflikte entstehen, wenn dein Verhalten und das Verhalten einer anderen Person euer gegenseitiges Verhältnis belasten. Wenn du das gerne klären würdest, dann beginne mit der Beobachtung, die dich veranlasste, das Gespräch zu beginnen, um dann zu sagen, wie diese auf dich wirkt. Sprich dann vorsichtig darüber, welche Folgen der Konflikt für dich hat oder möglicherweise haben könnte.

Andere auf ihre Gefühle ansprechen – ein Balanceakt mit Gefahren

Was aus deiner Sicht eine „neutrale“ Beobachtung ist, kann aus der Sicht einer anderen Person bereits eine Bewertung ausdrücken und vielleicht sogar Empörung bewirken. In diesem Fall ist also große Vorsicht geboten. Viele Menschen verbitten sich solche „Übergriffe“ und „machen zu“, sobald sie sich angegriffen fühlen.
Wenn die andere Person einverstanden ist, und du das „aktive Zuhören“ beherrschst, kannst du viel bewirken und für die andere Person von großem Nutzen sein.

Hinweis: Wenn du einfache Methoden suchst, deine Kommunikation in jede beliebige Richtung zu erweitern, dann versuche es mal mit der Minimax-Methode (2025 erschienen). Sie wird im gleichnamigen Buch des Psychotherapeuten Manfred Prior beschrieben und ist sehr leicht zu verstehen und anzuwenden.

Kommunikation

Sich selbst offenbaren – Sinn und Gefahr

Sich offenbaren - Geheimnisse enthüllen
Sich selbst zu „offenbaren“ oder „etwas von sich kundzugeben“ ist eine der vier Rahmenbestandteile, die im „Kommunikationsquadrat“ von Friedemann Schulz von Thun enthalten ist. Dabei geht es nicht ausschließlich um Gefühle, sondern jede zufällige oder gewollte Nachricht über das „Höchstpersönliche“. Im weiteren Sinne können damit alle Informationen gemeint sein, die sich draus ergeben, dass wir irgendwo auftauchen und wahrgenommen werden. Da stört kaum jemanden - wer aber seine intimen Gefühle, verborgenen Ausrichtungen oder ungewöhnliche Neigungen „freilegt“, muss damit rechnen, danach beurteilt zu werden.

Gefühle offenbaren

Es gibt vielem Gründe, sich anderen „zu offenbaren“. Im Alltag ist der Hauptgrund, eine gewisse „Intimität“ (Freundschaft, Beziehung) herzustellen. Dabei hat sich bewährt, die Beziehung nach und nach auszubauen, also nicht „mit der Tür ins Haus“ zu fallen. Das gilt nicht ausschließlich für körperliche Intimitäten, sondern auch für deine Gedanken und Gefühle. Immerhin könnten sie von anderen missbilligt werden. Manchmal werten dich Menschen leider auch ab, wenn du ihnen etwas offenbarst.

Andererseits könntest du Trost suchen, um einen Rat bitten, oder einfach jemanden zu finden, der dir zuhört. Meistens ist es günstiger, die intimsten Gedanken nur mit absolut vertrauensvollen Personen zu teilen, mit denen du in keiner persönlichen Beziehung stehst.

Andere auf ihre Gefühle ansprechen – ein Balanceakt

Was aus deiner Sicht eine „neutrale“ Beobachtung ist, kann aus der Sicht einer anderen Person bereits eine Bewertung ausdrücken und vielleicht sogar Empörung bewirken. In diesem Fall ist also große Vorsicht geboten. Viele Menschen verbitten sich solche „Übergriffe“ und „machen zu“, sobald sie sich angegriffen fühlen.

Am Schluss dieser kurzen Betrachtung über Gefühle, die du anderen offenbarst, noch ein Hinweis:

Wer Gefühle zur Sprache bringt, will damit etwas erreichen, im Guten wie im Bösen. Dieser Wille kann mit der Macht gepaart werden, sie mit Nachdruck oder durch Manipulationen aller Art durchzusetzen.

Kurz: Gefühle zu äußern führt nicht zu einer „besseren“ Kommunikation. Es kommt immer darauf an, wer sie einsetzt, wie sie eingesetzt werden und welcher Zweck damit verfolgt wird.

Kommunikation

Perspektiven der Kommunikation - erkennen, zusammenfügen und ändern

Die Vogelperspektive - nicht der einzige Weg, ein Gespräch zu beobachten
Zuerst: Was ist eine Perspektive?

Eine Perspektive ist eine Sichtweise. Du hast deine eigene Sichtweise – so wie jeder andere Mensch auch. Wenn zwei Menschen zusammenkommen, überprüfen sie oft, ob sie die gleiche Sichtweise haben. Meistens reicht es auch, eine „ähnliche“ Sichtweise zu entdecken.

Manche Sichtweisen sind durchschaubar, logisch und nachvollziehbar. Andere hängen von der „Tiefe“ ab, mit der jemand innerhalb eines Themas argumentiert. Einige Sichtweisen sind davon abhängig, ob jemand selbst vom Thema betroffen ist oder nicht.

Sichtweisen enthalten oft Bewertungen

Auf Perspektiven achten Menschen immer dann, wenn es um den Wert geht, den man einer Sache oder sogar einer Person beimisst. Bewertungen führen oft zur Abwertung, was wieder bedeutet, dass sich die bewertenden Dinge (Menschen, Umstände) entwertet werden.

Entwertungen erzeugen Konflikte

Besteht die Gefahr, dass jemand oder etwas entwertet wird, dann sind Konflikte nicht weit. Denn das Heiligtum eines Menschen mag für einen anderen Menschen nicht mehr Wert haben als eine Milchkanne. In meiner eigentlichen Heimat sagt man „Des Einen Eule ist des anderen Nachtigall“.

"Tierische" Perspektiven

Wenn wir gerade bei Vögeln sind: Die „Vogelperspektive“ sorgt für Überblick, aber auch für wenig Anteilnahme. Die „Froschperspektive“ hingegen zeigt nur einen kleinen Ausschnitt, bei der die Person ständig aufmerksam „nach oben schauen“ muss. Dazwischen liegt die begehrte „Augenhöhe“.

In einem besonderen Bereich der Kommunikation werden weitere tierische Perspektiven genannt: beispielsweise die der Giraffen oder die der Schakale in der konfliktarmen Kommunikation. (GfK).

Warum Elefanten ständig stören

Da nun schon von vielen Tieren die Rede war, will ich noch eines einbringen, das ständig „anwesend“ ist, von dem aber beide Partner sagen, dass es „auf keinen Fall existiert“. Es ist der Elefant, der den Gesprächsfluss blockiert, weil ständig „um ihn herum“ geredet wird. Mehr dazu habe ich bereits veröffentlicht. Auch bei der „Elefantenfrage“ gilt, was ich über Metakommunikation sage: „Wer ihn benennt, muss sehr gute Kenntnisse in Kommunikation haben und mit Konflikten umgehen können.

Kann man die Perspektive wechseln?

Diese Frage lässt sich einfach beantworten: Der Wechsel der Perspektive ist völlig normal.

Die etwas kompliziertere Antwort wäre etwas so:

Wenn du die Sichtweise auf eine Person wechselst, ändert sich eure Beziehung zueinander. Das ist beispielsweise der Fall, wenn du heute Mitarbeiter bist und morgen zum Abteilungsleiter aufsteigst. Sie ändert sich auch, wenn du eine Kollegin zu einem Abendessen einlädst, um etwas „Privates“ zu besprechen.

Wie du die Perspektive wechselst

Es gibt grundsätzlich mindestens drei Perspektiven in der Kommunikation, egal, welcher Lehre jemand anhängt:

- Meine Perspektive.
- Deine Perspektive.
- Unsere Perspektive.
- Die Perspektive eines Beobachters.


Dabei ist „unsere Perspektive“ meist das Ziel, wenn man gerne etwas beschließen würde und diesem Ziel im Gespräch näherkommen will.

Perspektiven angleichen - eine sinnvolle Methode

Dieses „Näherkommen“ ist eine Art „Aufeinanderzugehen“. Das heißt: Die maximalen Anforderungen beider Partner werden einander „angeglichen“. Dieses „Angleichen“ beschränkt sich nicht auf Sachfragen – es kann auch in Beziehungswünschen oder dem Austausch sinnlicher Empfindungen bestehen. Dabei können beide Teilnehmer ihre Perspektiven durchaus „ausrollen“ und „nebeneinander ausbreiten“. Passiert das, so sieht man deutlicher, worin sich die Perspektiven ähneln oder auch unterscheiden.
Aus meiner Sicht ist dies die beste Methode, um „zueinanderzufinden“.

Die dritte Perspektive, wenn der "Dritte" fehlt

Die Perspektive eines Dritten wird allgemein benötigt, wenn das Gespräch „aus den Fugen gerät“. Nur – der „Dritte“ (der Beobachter) sitzt nicht mit am Tisch. Das bedeutet nun aber, dass eine Person die „Sicht des Dritten“ übernehmen muss, kann, soll oder wird. Diejenige Person, die es wagt, verfügt normalerweise über die besseren Kommunikationsqualitäten. Es kann aber auch sein, dass sie solange zögert, bis „ihr der Krage platzt“. Das kommt ebenfalls vor – und weil der „Stunk“ dann recht heftig werden kann, hat diese Situation die Tendenz, schlecht auszugehen.

Im besten Fall wird eine „Metakommunikation“ daraus werden, im schlechtesten Fall ein Eklat.

Was nehmen wir jetzt davon mit?

Vor allem solltest du wissen, dass es in jeder Kommunikation mehrere Perspektiven gibt. Das Ziel ist fast immer, beide in eine weitgehende Deckung zu bringen.

Jeder der Teilnehmer ist selbstverständlich berechtigt, die (noch) vorhandenen Abweichungen zu besprechen und neue Vorschläge einzubringen. Am „Ende des Tages“, also zum Abschluss des Dialogs, sollte jedoch ein Beschluss gefasst werden.

Hinweis: Dieser Artikel enthält Fremdlinks. Sie geben die Meinung der jeweiligen Autoren wieder und müssen nicht mit der Meinung des Sehpferd-Teams übereinstimmen.

Kommunikation

Kommunikation über Gefühle – Ich, Du und der Elefant

Ich, Du, Wir und der Elefant
Obwohl die Gefühlswelt in nahezu jede Kommunikation hineinreicht, ist es dennoch schwer, über Gefühle zu sprechen. Das gilt besonders dann, wenn ethische, religiöse oder sonstige kulturelle Gründe normalerweise keine „offenen“ Dialoge über Gefühl zulassen.

Alles eine Frage der Beziehung ...

Diese Tatsache muss nicht zwangsläufig zum Problem werden. Wenn du dich beispielsweise in keiner aktuellen Beziehung zu der Person befindest, die mit dir über Gefühle sprechen will, fällt es dir normalerweise leichter, als wenn du in irgendeiner Beziehung zu ihnen stehst.

Auch in einer Beziehung zu einem sehr guten Freund oder einer sehr guten Freundin sind wenig Probleme bei Gesprächen über Gefühle zu erwarten. Das gilt jedenfalls dann, wenn du mit dieser Person bereits eine gewisse Routine entwickelt hast und weißt, dass du ihr vertrauen kannst.

Wesentlich schwieriger wird die Lage, wenn du dich in irgendeiner Beziehung (Arbeit, Verein, Verwandtschaft, Freundeskreis) zu einer Person befindet, weil du etwas „offenbarst“, was dort möglicherweise verbreitet wird.

Ziemlich „brenzlig“ kann es werden, wenn du bereits eine intensive oder gar intime Beziehung mit der Person hast und du ein „etwas befremdliches“ Gefühl mit ihr teilen willst. In diesem Fall kann eure Beziehung gefestigt oder aber auch gestört werden.

In einer Situation ist der „Sprung über die Hürde“ unerlässlich, aber dennoch nicht einfach. Das gilt immer dann, wenn du mit der Person noch keine Freundschaft oder Liebesbeziehung hast, aber gerne eine hättest.

Über die Hürden springen - der Weg zum Erfolg bei Gesprächen über das Fühlen

Wenn du das Bedürfnis hast, über ein Gefühl zu sprechen, dann ist zunächst nötig, die Bereitschaft des anderen zu überprüfen. Manche Menschen reagieren befremdet, und wenn es so ist, hat es wenig Sinn, mit ihnen über Gefühle zu sprechen. Andere sind der Meinung, dass es nicht angebracht ist, über Gefühle zu sprechen. („Darüber spricht man doch nicht“).

Gespräche „mit Ankündigung“

Wenn du selber einen Grund oder Anlass hast, über Gefühle zu sprechen, dann sag es möglichst undramatisch. Es kann sich um ein eigenes Gefühl handeln, um das Gefühl einer anderen Person oder um „einen Elefanten“ der bisher im Raum stand und endlich „befreit“ werden soll.

1. Mein Gefühl: „Ich habe häufig den Eindruck, dass ich … “
2. Dein Gefühl: „Du wirkst auf mich, als wärest du enttäuscht. Was ist passiert?“
3. Unklares Gefühl (Elefant im Raum): „Wir schleichen im Büro umeinander herum wie zwei Katzen. Hast du Lust, mal über die Gefühle zu sprechen, die wir dabei empfinden?“

Befürchtungen

Gespräche über „den „Elefanten im Raum“ sind immer heikel, weil damit ein Thema auf den Tisch kommt, das vorher vermeiden wurde. Wird ein klärendes Gespräch (nicht nur im Beispiel) für eine tiefere Bindung sorgen? Wird es die Zusammenarbeit behindern, wenn es "schief geht“?

Auch die beiden anderen Situationen sind nicht problemlos. Wenn ich sage: Ich habe den Eindruck“, dann kann dies wie ein Übergriff wirken. Sage ich „du wirkst auf mich“, dann kann die andere Person diese Beobachtung ablehnen.

Besonders kritisch ist der „Elefant“. Wer ihn sichtbar macht, riskiert, dass die andere Person behauptet, da wäre gar kein Elefant.

Der Ausdruck „da steht ein Elefant im Raum“ steht für ein bekanntes, heikles Thema, das aus Angst vor Konflikten, Scham oder Höflichkeit nicht behandelt wird.


Gespräche mit sanften „Vorgaben“

Der Weg zu einem Gespräch über Gefühle ohne „Ankündigungen“ ist ebenfalls möglich. Es ist oftmals der bessere Weg, da Ankündigungen oder Appelle (Aufrufe) oftmals zur Verwirrung oder Ablehnung führen. Eine sanfte Vorgabe besteht darin, der anderen Person kleine Schwächen zu offenbaren. Das führt in gewöhnlichen, nicht belasteten Gesprächssituationen dazu, dass auch der Partner darauf eingeht. Manchmal warten Gesprächspartner darauf, dass die Themen deutlich intimer werden.

Wenn dein Gegenüber absolut nicht darüber sprechen will, wird er den „unterschwelligen“ Vorschlag ignorieren. Greift er oder sie dich an, weil du deine Schwächen zeigst, dann versuche, dem Gespräch eine andere Wendung zu geben (z. B. durch Metakommunikation) oder es irgendwie zu beenden.

Wie bereits erwähnt: Meist funktioniert diese einfache Methode, wenn du mit einem selbstbewussten Menschen sprichst, der sich seinerseits nicht scheut, über Gefühle zu sprechen.

Wenn es um Intimitäten geht

Ein besonderer Fall sind Gespräche bei sogenannten „ersten Dates“, bei denen oft sehr viel über „Gemeinsamkeiten“ gesprochen wird, die bei näherem Hinsehen belanglos sind. Gelingt es dabei nicht, Gefühle in das erste Gespräch einzubringen, so ist es so gut wie aussichtslos, dass sich „mehr“ entwickelt. Selbstverständlich gilt auch dabei, dass du nicht „mit der Tür ins Haus fallen solltest“, aber es lohnt sich, gemeinsam durch eine „offen gehaltene Tür“ zu gehen.

Gerade bei „ersten Begegnungen“ gibt es oft große Hürden, die „Beobachtungen“, die sich dort ansammeln, in „Gefühle“ umzumünzen und dabei die eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Das allein reicht aber auch noch nicht: Bedürfnisse in Worte zu wandeln, ist ein Versuch mit ungewissem Ausgang. Am Ende einer ersten Begegnung kommt es nahezu ausschließlich darauf an, wie viel Intimität du (und der/die jeweils andere) zulassen.

Wenn du eine Technik suchst, mit der du deine Kommunikation strukturieren kannst, dann lies her nach. Spezielle Hinweise zu drei häufigen Gesprächen über Gefühle findest du hier.

Hinweis: Die Beispiele zu diesem Thema nehmen sehr viel Raum ein. Wir versuchen, bis Ende April einige Dialoge zu veröffentlichen.
Bild © 2026 bei sehpferd.de