Das beste Kommunikationsseminar für dich finden

1. Klar, transparent und gut begründet – die Basis
Aus gutem Grund empfehle ich alle Seminare, die als Basis eine technisch nachvollziehbare, einfache Theorie vermitteln. Die meisten von ihnen arbeiten mit verständlichen, universell verwendbaren Modellen. Typisch für solche Seminare ist, dass sie sich gar nicht oder nur sehr begrenzt auf Philosophen, Psychologen oder Soziologen berufen.
2. Seminare, die sich auf Paul Watzlawick berufen
Wenn sich ein Anbieter auf Paul Watzlawick beruft, dann meint er, dass die von ihm verwendet Verfahren auf die Gedankenwelt von Paul Watzlawick zurückgehen. Watzlawick hatte die Lehre von der menschlichen Kommunikation 1967 in die Psychologie eingeschlossen. Dabei wurden sogenannte „Axiome“ verwendet, die insgesamt eine Art „Universaltheorie“ der menschlichen Kommunikation darstellen. Diese Theorie musste aber noch in eine Praxis umgewandelt werden, um für den Alltagsgebrauch tauglich zu werden. Das heißt: Alle, die sich auf Watzlawick berufen, haben eigene Methoden entwickeln müssen, um sie für die Praxis tauglich zu machen.
3. Schulz von Thun und das Vier-Ohren-Modell
Friedemann Schulz von Thun hat die Gedanken von Paul Watzlawick mit denen von Carl Rogers verbunden. Rogers Theorien ermöglichten den Kommunikationstrainern, eine neue, erfolgreiche Technik in das Kommunikationsschema einzubauen: das „aktive Zuhören“. Heute sind sowohl die Modelle wie auch die Aussagen von Thuns allgemein anerkannt und in den DACH-Ländern zu einer Art Standard geworden.
4. Seminare – angepasst auf die Bedürfnisse
Völlig unabhängig von den Theorien, Methoden und „Werkzeugkästen“ der Kommunikation müssen die Ziele der Seminare zu den Bedürfnissen der Teilnehmer passen. Unternehmen, die sich ausschließlich mit Schulungen beschäftigen, berücksichtigen dies und stellen „maßgeschneiderte“ Seminare zur Verfügung. Wenn wir unterstellen, dass alle „Profis“ sind, ist dies die beste Methode, um berufsbezogene Trainings durchzuführen.
5. Wenn der Name Programm ist
In Deutschland sind Seminare zur Konfliktbewältigung sehr beliebt, wie sie beispielsweise unter dem Namen „GfK“ angeboten werden. Sie sind für Personen geeignet, die beruflich oder privat häufig in Konflikte eingebunden sind und diese gerne methodisch lösen würden.
6. Vergangenheit
Im Laufe der Jahrzehnte oder gar der Jahrhunderte verschwinden manche Methoden. Auch neue Wege, von denen sich die Autoren oder Trainer viel versprochen hatten, schafften nicht den Durchbruch. Solche Verfahren sind nicht etwa „ausgebleicht“, weil sie unsinnige waren, sondern weil die Zeit sie überholt hat. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die heutigen Anbieter sie noch im Programm haben.
7. Gegenwart
Heute finden wir im Internet eine große Anzahl von Ankündigungen, dir eine verbesserte Kommunikation zu ermöglichen. Die Frage ist in jedem Fall: Was ist daran für DICH besser und decken diese Seminare deine persönlichen Bedürfnisse wirklich ab? Wenn du im Zweifel sein solltest: Versuch doch einfach, einen ähnlichen Kurs in der nächstgelegenen Volkshochschule zu belegen und schau dir einmal an, was du davon „mitnehmen“ kannst.
8. Zukunft
Die Zukunft wird stark von „künstlicher“ Kommunikation geprägt sein, also von Programmen, die versuchen, in Diskussionen oder Dialoge einzugreifen, um sie zu beeinflussen. Dies muss nicht zwangsläufig „schlecht“ sein, jedoch verfügen solche Programme über unendlich viele Methoden, „echte“ Menschen so zu manipulieren, dass sie zu emotionalen Marionetten der Programme werden. In Zukunft wird es vor allem darum gehen, solche Manipulationen abzuwehren. Das „beste“ für dich kann also ein Lehrgang zur „Abwehr unerwünschter Kommunikation“ werden.
Hinweise:
Erklärung: Der Autor dieses Artikels, ob unter seinem Klarnamen oder unter dem Namen „sehpferd“ veröffentlicht, verfolgt mit diesem Artikel keinerlei wirtschaftlichen Interessen.
Kurzinformationen zum "hineinschnuppern": Uni Gießen.
Angebote von verschiedenen Firmen und Organisationen: Semigaor.


Dieser Artikel wurde in verständlichem Deutsch für Lehrende und Lernende geschrieben. Der Autor ist der Meinung, dass er für Unterrichtszwecke geeignet ist.
