Der Werkzeugkasten der Kommunikationstrainer – eine Fundgrube
Die meisten Kommunikationstrainer nutzen „Werkzeugkästen“ (Toolboxen) und lehren, wie man sie in der Praxis benutzen kann. In diesen Werkzeugkästen können durchaus unterschiedliche „Werkzeuge“ enthalten sein. Wie beim Handwerker auch, werden Werkzeuge immer dann benutzt, wenn die natürlichen Kräfte und Fähigkeiten unterstützt werden sollen.
In diesen Werkzeugkästen befinden sich Pläne, Verfahren und Techniken sowie oftmals eine Art „Notfallkonzept“. Sie beruhen teilweise auf Konzepten der Kybernetik, aber auch auf Erfahrungswissen, psychologischen Theorien und anderen Überlegungen.
Grundlegende Techniken der Kommunikation im Werkzeugkasten
Techniken spielen in den Werkzeugkästen die größte Rolle. Besonders wichtig sind Frage- Antwort- und Zuhörtechniken, weil sie direkt auf den Gesprächsfluss wirken. Auch der Gebrauch von Feedback gehört dazu.
Weitere Techniken
Trennung von Energie und Steuerung
Das „aktive Zuhören“ ist nicht Ausdruck einer Geisteshaltung, sondern ein Werkzeug, das erlernbar ist. Eine Variante dieser Technik ist, nicht die Energie eines Gesprächs zu vermehren, sondern einen Teil der Energie zur Steuerung zu verwenden. Dadurch erreicht man, dass der Gesprächsführer entlastet wird. Wer diese Methode verwendet, wirkt als „Steuermann“ – das Schiff „Kommunikation“ findet seinen Weg durch eigene Energie.
Aufteilung der Argumente
Wo immer etwas erklärt werden soll, empfiehlt sich, der Gesprächsführung eine Struktur zu geben. Ein bewährtes Prinzip ist die Dreiteilung eines Arguments:
Was ist es?
Wie wirkt es sich aus?
Was könnte das für (dich, die Sache) bedeuten.
Benutzen von Bildern
Manche Mitteilungen lassen sich nicht in Worte fassen, aber durchaus in Bildern. Diese Methode kennen fast alle Menschen aus dem Spruch: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Es ist aber auch möglich, die Schriftsteller-Regel „Zeig es, erzähl es nicht“ mit Worten umzusetzen. (Im Dialog beispielsweise in Sätzen wie „Stell dir vor, du wärst…“).
Anpassung an die Sprache des Gegenübers
Diese Methode wir sehr oft verwendet, wenn du einem Menschen mit einfacher Denkweise einen an sich komplizierten Vorgang erklären willst. Sie kann auch funktionieren, wenn du dich im Gespräch mit einem gebildeten Menschen auf deine eigene Bildung besinnst und Alltagssprache vermeidest. Diese Methode kann vorteilhaft angewendet werden, birgt aber auch Risiken. (Als Methode wurde dieser Teil der Toolbox als "Anpassungstheorie" (CAT) bekannt).
Über Gefühle sprechen - oder dies zu verweigern
Einer der heikelsten Bereiche der aktiven Kommunikation besteht darin, wie (und ob) du Gespräche über Gefühle zulassen oder abwehren willst. Normalerweise wissen Kommunikationslehrer dies und lehren beide Wege, nämlich einerseits Gefühle zu offenbaren oder in den Vordergrund zu stellen, auf der anderen Seite aber auch, unerwünschte Gespräche darüber zu vermeiden. Es geht im Grunde darum, wie viel „Offenheit“ nötig oder erwünscht ist, um die Botschaften miteinander auszutauschen.
Die Balance der Macht wahren
Gespräch sind nicht immer „symmetrisch“ und sie finden nicht immer auf Augenhöhe statt. Viele Kommunikationstrainer nutzen dazu das Bild der „Wippe“: Solange die „Wippbewegung“ spürbar ist, wird die Kommunikation als „interessant und ausgewogen“ betrachtet. Steht sie in der Mitte still, so flachen Gespräche ab. Sobald einer von beiden aber den Boden berührt und der andere „abhebt“, werden Gespräche als „unausgewogen“ wahrgenommen. Das „Gefühl der Unausgewogenheit“ kann auch dadurch entstehen, dass ein Partner wirklich oder „gefühlt“ zu lange redet.
„Kanäle“ trennen
Kommunikation kann über einen Kanal, zwei Kanäle oder auch vier Kanäle erfolgen, ja nachdem, welche Methode im Training verwendet wird. In manchen Kommunikationstrainings wird viel Wert daraufgelegt, die beiden Komponenten „Informations- und Beziehungsaspekt“ zu beobachten. In anderen werden drei oder vier Aspekte dazu angeboten, mit denen die Kommunikation analysiert werden kann.
Metakommunikation nutzen
Metakommunikation ist ein mächtiges Werkzeug, mit dem versucht wird, „Knoten“ in der Kommunikation aufzulösen. Meist glaubt einer der Partner beobachtet zu haben, dass sich das Gespräch in einer Sackgasse befindet und schlägt vor, die Gesprächssituation „aufzudröseln“ und die „Knoten“ herauszunehmen. Der Erfolg von solchen Maßnahmen ist davon abhängig, ob der Partner diesen Wechsel der Gesprächsebene zulässt oder in diesem Ansinnen einen Machtkampf vermutet.
Eine besondere Form der Metakommunikation ist der Vorschlag, einfach die Gesprächsebene zu verlassen und auf eine andere überzugehen. Zum Beispiel: „Das klingt als Vorschlag sehr interessant – doch welche Auswirkungen wird dies auf (…) haben?“ Auf diese Weise vermeidest du einen Bruch in der Kommunikation.
Innerlich die Position wechseln
Wenn das Gespräch aus irgendwelchen Gründen nicht so „läuft“, wie du es dir vorstellst, gibt es ein einfaches Mittel, deine Position zu überprüfen. Du stellst dir einen Moment vor, dass du euer Gespräch nur beobachtest, also nicht Teil der Kommunikation bist. Manche Seminarteilnehmer haben es erfolgreich erprobt und berichten, dass Ihnen dieser „innerliche“ Perspektivwechsel geholfen hat.
Das Fazit zur Toolbox und der Ausblick
Wahrscheinlich gibt es in „privaten“ Werkzeugkisten noch viele Werkzeuge, von der Säge bis zum Schleifpapier, um die eigene Kommunikation sinnvoll zu verbessern.
Allerdings können alle Werkzeuge, grobe wie feine, zum Nutzen wie auch zum Schaden anderer eingesetzt werden. Es kommt nicht darauf an, ob man dem Werkzeug etwas „Böses“ oder „Gutes“ zuweist, denn wie es angewendet wird, entscheidet der Benutzer.
Aufgabe der Zukunft: Manipulationen erkennen
Auch dieser letzte Satz gilt heute nur noch unter Anwesenden. Die KI ist heute (2026) in der Lage, unter dem Deckmantel harmloser Dialoge massive Beeinflussungen zu ermöglichen. Wir, also die Empfänger solcher Nachrichten, sollten zeitig lernen, solche Versuche zu erkennen und abzuwehren.
(Die wichtigsten Themen werden noch weiter ausgeführt - das ist noch in Vorbereitung.)
Hinweis: In diesem Artikel werden Teile von Seminarunterlagen des Autors von 1976 - 1991 verwendet und der heutigen Sichtweise angepasst. Weitere Informationen stammen aus den Überlegungen von Shannon, Berne, Barlund, Watzlawick und nicht zuletzt aus den Erfahrungen von Seminarteilnehmern)
In diesen Werkzeugkästen befinden sich Pläne, Verfahren und Techniken sowie oftmals eine Art „Notfallkonzept“. Sie beruhen teilweise auf Konzepten der Kybernetik, aber auch auf Erfahrungswissen, psychologischen Theorien und anderen Überlegungen.
Grundlegende Techniken der Kommunikation im Werkzeugkasten
Techniken spielen in den Werkzeugkästen die größte Rolle. Besonders wichtig sind Frage- Antwort- und Zuhörtechniken, weil sie direkt auf den Gesprächsfluss wirken. Auch der Gebrauch von Feedback gehört dazu.
Weitere Techniken
Trennung von Energie und Steuerung
Das „aktive Zuhören“ ist nicht Ausdruck einer Geisteshaltung, sondern ein Werkzeug, das erlernbar ist. Eine Variante dieser Technik ist, nicht die Energie eines Gesprächs zu vermehren, sondern einen Teil der Energie zur Steuerung zu verwenden. Dadurch erreicht man, dass der Gesprächsführer entlastet wird. Wer diese Methode verwendet, wirkt als „Steuermann“ – das Schiff „Kommunikation“ findet seinen Weg durch eigene Energie.
Aufteilung der Argumente
Wo immer etwas erklärt werden soll, empfiehlt sich, der Gesprächsführung eine Struktur zu geben. Ein bewährtes Prinzip ist die Dreiteilung eines Arguments:
Was ist es?
Wie wirkt es sich aus?
Was könnte das für (dich, die Sache) bedeuten.
Benutzen von Bildern
Manche Mitteilungen lassen sich nicht in Worte fassen, aber durchaus in Bildern. Diese Methode kennen fast alle Menschen aus dem Spruch: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Es ist aber auch möglich, die Schriftsteller-Regel „Zeig es, erzähl es nicht“ mit Worten umzusetzen. (Im Dialog beispielsweise in Sätzen wie „Stell dir vor, du wärst…“).
Anpassung an die Sprache des Gegenübers
Diese Methode wir sehr oft verwendet, wenn du einem Menschen mit einfacher Denkweise einen an sich komplizierten Vorgang erklären willst. Sie kann auch funktionieren, wenn du dich im Gespräch mit einem gebildeten Menschen auf deine eigene Bildung besinnst und Alltagssprache vermeidest. Diese Methode kann vorteilhaft angewendet werden, birgt aber auch Risiken. (Als Methode wurde dieser Teil der Toolbox als "Anpassungstheorie" (CAT) bekannt).
Über Gefühle sprechen - oder dies zu verweigern
Einer der heikelsten Bereiche der aktiven Kommunikation besteht darin, wie (und ob) du Gespräche über Gefühle zulassen oder abwehren willst. Normalerweise wissen Kommunikationslehrer dies und lehren beide Wege, nämlich einerseits Gefühle zu offenbaren oder in den Vordergrund zu stellen, auf der anderen Seite aber auch, unerwünschte Gespräche darüber zu vermeiden. Es geht im Grunde darum, wie viel „Offenheit“ nötig oder erwünscht ist, um die Botschaften miteinander auszutauschen.
Die Balance der Macht wahren
Gespräch sind nicht immer „symmetrisch“ und sie finden nicht immer auf Augenhöhe statt. Viele Kommunikationstrainer nutzen dazu das Bild der „Wippe“: Solange die „Wippbewegung“ spürbar ist, wird die Kommunikation als „interessant und ausgewogen“ betrachtet. Steht sie in der Mitte still, so flachen Gespräche ab. Sobald einer von beiden aber den Boden berührt und der andere „abhebt“, werden Gespräche als „unausgewogen“ wahrgenommen. Das „Gefühl der Unausgewogenheit“ kann auch dadurch entstehen, dass ein Partner wirklich oder „gefühlt“ zu lange redet.
„Kanäle“ trennen
Kommunikation kann über einen Kanal, zwei Kanäle oder auch vier Kanäle erfolgen, ja nachdem, welche Methode im Training verwendet wird. In manchen Kommunikationstrainings wird viel Wert daraufgelegt, die beiden Komponenten „Informations- und Beziehungsaspekt“ zu beobachten. In anderen werden drei oder vier Aspekte dazu angeboten, mit denen die Kommunikation analysiert werden kann.
Metakommunikation nutzen
Metakommunikation ist ein mächtiges Werkzeug, mit dem versucht wird, „Knoten“ in der Kommunikation aufzulösen. Meist glaubt einer der Partner beobachtet zu haben, dass sich das Gespräch in einer Sackgasse befindet und schlägt vor, die Gesprächssituation „aufzudröseln“ und die „Knoten“ herauszunehmen. Der Erfolg von solchen Maßnahmen ist davon abhängig, ob der Partner diesen Wechsel der Gesprächsebene zulässt oder in diesem Ansinnen einen Machtkampf vermutet.
Eine besondere Form der Metakommunikation ist der Vorschlag, einfach die Gesprächsebene zu verlassen und auf eine andere überzugehen. Zum Beispiel: „Das klingt als Vorschlag sehr interessant – doch welche Auswirkungen wird dies auf (…) haben?“ Auf diese Weise vermeidest du einen Bruch in der Kommunikation.
Innerlich die Position wechseln
Wenn das Gespräch aus irgendwelchen Gründen nicht so „läuft“, wie du es dir vorstellst, gibt es ein einfaches Mittel, deine Position zu überprüfen. Du stellst dir einen Moment vor, dass du euer Gespräch nur beobachtest, also nicht Teil der Kommunikation bist. Manche Seminarteilnehmer haben es erfolgreich erprobt und berichten, dass Ihnen dieser „innerliche“ Perspektivwechsel geholfen hat.
Das Fazit zur Toolbox und der Ausblick
Wahrscheinlich gibt es in „privaten“ Werkzeugkisten noch viele Werkzeuge, von der Säge bis zum Schleifpapier, um die eigene Kommunikation sinnvoll zu verbessern.
Allerdings können alle Werkzeuge, grobe wie feine, zum Nutzen wie auch zum Schaden anderer eingesetzt werden. Es kommt nicht darauf an, ob man dem Werkzeug etwas „Böses“ oder „Gutes“ zuweist, denn wie es angewendet wird, entscheidet der Benutzer.
Aufgabe der Zukunft: Manipulationen erkennen
Auch dieser letzte Satz gilt heute nur noch unter Anwesenden. Die KI ist heute (2026) in der Lage, unter dem Deckmantel harmloser Dialoge massive Beeinflussungen zu ermöglichen. Wir, also die Empfänger solcher Nachrichten, sollten zeitig lernen, solche Versuche zu erkennen und abzuwehren.
(Die wichtigsten Themen werden noch weiter ausgeführt - das ist noch in Vorbereitung.)
Hinweis: In diesem Artikel werden Teile von Seminarunterlagen des Autors von 1976 - 1991 verwendet und der heutigen Sichtweise angepasst. Weitere Informationen stammen aus den Überlegungen von Shannon, Berne, Barlund, Watzlawick und nicht zuletzt aus den Erfahrungen von Seminarteilnehmern)


